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Köln: Bahnhofsmissionen zählen immer mehr psychisch Kranke

Köln : Bahnhofsmissionen zählen immer mehr psychisch Kranke

Immer mehr psychisch kranke Menschen in Deutschland suchen in Bahnhofsmissionen ersten Rat.

Zwischen 2003 und 2007 habe sich die Zahl dieser Hilfesuchenden von rund 155.000 auf knapp 170.000 erhöht, sagte der Bundesgeschäftsführer der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission, Christian Bakemeier, am Dienstag in Köln. Beratung und seelsorgerische Gespräche in der Krise hätten sich deutlich ausgeweitet. Insgesamt blieb die Zahl der Menschen, die im vergangenen Jahr eine von 99 Bahnhofsmissionen in Deutschland aufsuchte, mit 2,3 Millionen aber konstant. Auch die Zahl der gebotenen Hilfeleistungen sei mit 5 Millionen relativ stabil gewesen.

Besondere soziale Schwierigkeiten, Sucht, Wohnungsnot, Armut, Verschuldung oder Einsamkeit seien die wichtigsten Gründe, warum Menschen Hilfe in den Bahnhofsmissionen suchten. „Sie kommen, um sich vom Leben auf der Straße auszuruhen”, sagte Bakemeier. Auch für geschlagene und misshandelte Frauen böten die Missionen, die vor Ort eng mit Frauenhäusern zusammenarbeiten, einen Schutzraum.

Die Bahnhofsmissionen sind die älteste ökumenische Organisation in Deutschland. Zugleich sehen sie sich als einen zentralen Knotenpunkt im sozialen Netz. In der über 100 Jahre alten kirchlichen Hilfsorganisation arbeiten bundesweit 200 hauptamtliche und 2000 ehrenamtliche Mitarbeiter. Ihre Arbeit reicht von der psychischen und seelsorgerischen Betreuung von Menschen in Not über Mobilitätshilfen am Gleis bis hin zur Betreuung alleinreisender Kinder.