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Saarlouis: Babys vertauscht: Suche nach zweitem Kind läuft auf Hochtouren

Saarlouis : Babys vertauscht: Suche nach zweitem Kind läuft auf Hochtouren

Im Fall der in einer Klinik in Saarlouis vertauschten Babys läuft die Suche nach dem zweiten Kind auf Hochtouren. Fast alle der 14 Elternpaare, deren Kind für die Verwechslung in Frage kommt, hätten bereits eine DNA-Probe ihres Babys abgegeben, sagte der Sprecher der St. Elisabeth-Klinik, Heribert Frieling, am Samstag. Mit der Probe solle nun die Identität der Kinder geklärt werden.

Am Donnerstag hatte ein Gutachten ergeben, dass ein vor rund einem halben Jahr in der Klinik entbundenes Mädchen nicht die leibliche Tochter ihrer Eltern ist. Daraufhin entschied sich die Klinikleitung zu einem DNA-Test bei allen weiblichen Babys, die während des Aufenthalts der Frau in der Klinik zur Welt kamen.

Völlig unklar ist dem Sprecher zufolge nach wie vor, wie es zu der Verwechslung kommen konnte, zumal es mehrere Vorkehrungen gebe, um genau das zu verhindern. Im Kreißsaal kann es laut Frieling nicht geschehen sein, da am Tag der Entbindung nur ein Mädchen und zwei Jungen geboren wurden. Weitere Mädchen seien mindestens 17 Stunden früher beziehungsweise später entbunden worden. Zu dieser Zeit habe sich die betroffene Mutter gar nicht im Kreißsaal befunden.

Grundsätzlich ist nach Angaben von Frieling auch nicht auszuschließen, dass die Babys außerhalb der Klinik vertauscht wurden. „Aber wenn es bei uns geschehen ist, werden wir mit den Ergebnissen der DNA-Tests spätestens bis Weihnachten Gewissheit haben", betonte der Sprecher. Die Familie des vertauschen Mädchens wird den Angaben zufolge nach wie vor psychologisch betreut. Der Vater hatte die Angelegenheit ins Rollen gebracht, weil er aufgrund mangelnder Ähnlichkeit mit dem Mädchen Zweifel an seiner Vaterschaft bekommen hatte.