1. Panorama

Abhilfe gegen Wespen

Geheimtipps unter der Lupe : Welche Tricks wirklich gegen lästige Wespen helfen

Unter den Wespengeplagten kursieren allerlei Geheimtipps, wie den geflügelten Mitessern beizukommen ist. Aber welche davon funktionieren wirklich? Hier kommen die besten Tipps und Tricks.

Kupfermünzen auf dem Tisch

Einfach ein paar Kupfermünzen (1-Cent-, 2-Cent- oder 5-Cent-Stück) auf dem Kaffeetisch auslegen und schon bleiben die Wespen fern. Die Idee dahinter ist die: Fällt die Sonne auf die Münzen, werden diese erhitzt und verströmen dabei ein für die kleinen Plagegeister unangenehmes Kupferaroma. Auch das Reiben der Hände an Kupferstücken soll helfen. „Versuch macht klug“, heißt es ja, aber in diesem Falle kann man sich das Ausprobieren getrost sparen. Das einzige, was hier wirklich fern bleibt, ist das Kupferaroma. Die Wespen zeigen sich von der ganzen Aktion völlig unbeeindruckt. Wer das nicht glauben will, kann es ja ruhig einmal ausprobieren.

Kaffeepulver verbrennen

Wieder ein schöner Tipp, bei dem es um ein unangenehmes Aroma geht: Kaffeepulver wird auf einer feuerfesten Unterlage angezündet, etwa Aschenbecher, und die dabei entstehenden Gerüche sollen die Wespen fernhalten. Im Gegensatz zu den Kupfermünzen, die in der Sonne schmoren, ist hier in der Tat ein Geruch wahrnehmbar. Das heißt allerdings keinesfalls, dass dieser Geruch auch irgendetwas bewirken würde, außer vielleicht die geladenen Kaffeegäste von der Tafel zu vertreiben. Das Kaffeepulver qualmt und stinkt zwar fröhlich vor sich hin, aber der Nutzen ist praktisch gleich Null.

Ablenkfütterung

Hört sich im ersten Moment recht seltsam an, hilft aber – zumindest ein bisschen: Unweit des Kaffeetisches einfach ein Glas Limonade oder auch ein kleines Stückchen Obstkuchen sozusagen als Opfergabe anbieten. Die Idee dahinter ist die, dass sich die Wespen nun lieber dort bedienen, als am Kaffeetisch, wo sie ja doch immer wieder beim Fressen gestört werden. In der Tat kommen die Tiere gerne und bedienen sich am bereitgestellten Menü. Allerdings werden sie so natürlich auch angelockt. Hier treibt man also praktisch den Teufel mit dem Beelzebub aus. Unterm Strich fliegen einem anschließend meist mehr Wespen um die Ohren, als ohne diesen Geheimtipp.

Speisen und Getränke abdecken

Das ist endlich einmal ein Trick, der wirklich funktioniert. Werden Getränke und Speisen abgedeckt, kann kein verführerischer Duft die Wespen anlocken. In der Theorie funktioniert dieser Geheimtipp auch ganz hervorragend, nur mit der praktischen Umsetzung ist das so eine Sache. Getränke lassen sich zwar noch sehr gut mit Bierdeckeln abdecken und Marmeladengläser wieder verschließen, aber wie soll man eine komplette Schweinshaxe verhüllen? Dennoch: Je weniger aromatische Gerüche in der Luft liegen, desto besser. Verschütteten Saft am besten sofort aufwischen, leere Teller nach der Mahlzeit möglichst schnell vom Tisch abräumen.

Wespenfallen

Was gibt es da nicht alles zu kaufen, um die geflügelten Plagegeister in die Chitinknie zu zwingen? Elektrische Wespenfallen, die mittels UV-Licht die Wespen in die Falle locken und sie dort dann mit einem ordentlichen Stromstoß ins Jenseits befördern. Andere Fallen locken die Tiere mit verführerischen Aromen ins Verderben. In vielen Fallen ertrinken die Wespen auch ganz jämmerlich. All das muss nicht sein, denn es hilft ohnehin nicht – und Wespen sind schließlich auch Lebewesen, die man nicht einfach so quälen oder töten sollte. Das eigentliche Problem bei allen Wespenfallen ist, dass die Tiere erst angelockt werden, um in die Falle gehen zu können. Das bedeutet unterm Strich nur eines: Es kommen noch mehr Wespen, als ohne diese Fallen.

Ultraschallsummer

Dies ist ein Geheimtipp, über den sich schon die Maulwürfe kaputtlachen: Ein kleiner Summer für die Steckdose oder auch für den Batterie- beziehungsweise Solarbetrieb soll angeblich „für den Menschen fast unhörbaren Ultraschall“ aussenden, und die Tiere so vertreiben. Wer alles andere schon erfolglos ausprobiert hat, greift natürlich zu jedem erdenklichen Notnagel. Aber diesen hier kann man sich getrost sparen. Bei den meisten Geräten piept es auch für uns Menschen gut hörbar und das nervt einfach nur. Helfen tut das Ganze ohnehin nicht. Weder Maulwürfe noch Wespen zeigen sich von dieser Technik beeindruckt.

 Süße Getränke locken die lästigen Insekten an.
Süße Getränke locken die lästigen Insekten an. Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke

Abschreckende Düfte

Ätherische Öle, spezielle Duftspiralen zum Anzünden oder auch Zitronen, die mit Nelken gespickt sind, sollen die Wespen abschrecken. Angeblich. Die Idee dahinter ist die gleiche, wie beim verbrennenden Kaffeepulver. Rein theoretisch kann man zwar mit bestimmten Düften die verführerischen Essensgerüche durchaus überlagern, so dass die Wespen gar nicht erst angelockt werden, aber in der Praxis ist das nicht ganz so einfach. Lediglich ein stark qualmender Grill, ein großes rauchiges Lagerfeuer oder ein paar richtig dicke Havannazigarren sind in der Lage, eine Atmosphäre zu schaffen, in der es keine Wespe oder Mücke mehr aushält – und auch kein Gast.

Keine Panik

Der beste Geheimtipp, der auch wirklich funktioniert, ist dieser hier: Bloß keine Panik und einen kühlen Kopf bewahren. Zuerst einmal kommen überhaupt nur zwei Wespenarten an den gedeckten Tisch – die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Allein diese beiden schwarz-gelb-gestreiften Spezies zeigen Interesse an allen süßen und herzhaften Speisen und Getränken, die wir auf dem Tisch stehen haben. Die eher braunen Honigbienen, wie auch die dicken pelzigen Hummeln, und sogar die großen und beeindruckend laut brummenden Hornissen, sind an unseren Speisen und Getränken überhaupt nicht interessiert.

Sollten sie sich also doch einmal an den Kaffeetisch verirren – Hummeln zum Beispiel fliegen auf blaue Gegenstände – sind sie in der Regel schneller wieder weg, als man sie beschimpfen kann. Aber selbst die beiden Wespenarten, die zu uns an den Tisch kommen, stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Das bedeutet: Ruhe bewahren und keine hektischen Bewegungen. Nicht panisch nach den Wespen schlagen und auch nicht über sie schimpfen, da der dabei ausgestoßene Atem als Angriff gewertet werden kann. Auch auffällige blumigsüße Parfüms oder Deodorants sind besser zu meiden. Vor allem aber sollte man aufpassen, dass beim Essen und Trinken nicht versehentlich eine Wespe verschluckt wird, denn das geht für alle Beteiligten nicht gut aus.

Also: Jeden Schluck und jeden Bissen vorher genau prüfen, ob nicht vielleicht schon eine Wespe darauf sitzt. Kindern ist zudem der Mund abzuwischen, falls einmal etwas daneben gegangen sein sollte. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass keine Wespe in die Kleidung krabbelt und dort vielleicht gequetscht wird. Insektenallergiker sollten ohnehin immer ein Notfallset bei sich tragen.