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Hannover: 300 Menschen trauern um Opfer des Busunglücks

Hannover : 300 Menschen trauern um Opfer des Busunglücks

Rund 300 Menschen haben am Donnerstagabend der 20 Todesopfer des schweren Busunglücks bei Hannover gedacht.

„Nach so einem Unglück kann eine Stadt nicht zur Tagesordnung übergehen”, sagte die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann bei einer Andacht in der hannoverschen Marktkirche. „Unser Herz erschrickt, weil wir an diesem entsetzlichen Unglück erkennen: Unser Leben ist zutiefst verletzbar”, sagte die evangelische Theologin.

Bei dem Unglück am Dienstagabend kamen 13 Frauen und sechs Männer zwischen 43 und 80 Jahren sowie ein 13-jähriges Mädchen ums Leben. „Auf bittere Weise habe wir spüren müssen, wie ungeschützt das Leben des Menschen ist und wie gefährdet”, sagte der Hildesheimer katholische Bischof Norbert Trelle: „Das macht uns stumm und lässt uns erstarren.” Gott habe aber auch die Verunglückten nicht vergessen, sagte Trelle.

An der Andacht nahmen unter anderem Angehörige, Freunde und Bekannte der Opfer teil. Beamte von Feuerwehr und Polizei saßen in blauen Uniformen oder roten Rettungsjacken in den ersten Reihen. Viele Betroffene zündeten an einem Leuchter vor dem Altarraum Kerzen für die Opfer an. Bischöfin Käßmann legte 20 weiße Rosen nieder.

Bei dem Unglück hatte ein überwiegend mit Senioren besetzter Reisebus auf der Autobahn 2 nahe Hannover Feuer gefangen. Die Leichen der Opfer verbrannten nach Polizeiangaben teilweise bis zur Unkenntlichkeit. Zwölf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Gruppe war auf dem Rückweg von einer Kaffeefahrt ins Münsterland.

Als Unglücksursache vermuten Experten inzwischen einen technischen Defekt auf der Toilette. Die Polizei sprach vom schwersten Busunglück in Deutschland seit 15 Jahren. Eine ökumenische Trauerfeier für die Opfer soll am Montag um 18 Uhr in der evangelischen St. Johanniskirche im Stadtteil Misburg stattfinden.