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Hamburg: 20 Jahre nach Barschels Tod: Familie verlangt neue Ermittlungen

Hamburg : 20 Jahre nach Barschels Tod: Familie verlangt neue Ermittlungen

Knapp 20 Jahre nach dem Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) fordern dessen Familie und ihr Anwalt neue Ermittlungen in dem Fall. „Nach meiner Überzeugung gehört der Fall Dr. Barschel nunmehr in die Hände der Bundesanwaltschaft, um endlich der Wahrheit die Ehre zu geben”, heißt es in einer Erklärung des Hamburger Rechtsanwalts Justus Warburg im Namen der Familie.

Es würde dem Rechtsstaat „gut anstehen, sich endlich mit der Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens und der wahrhaftigen Todesursache und ihrer Hintergründe zu beschäftigen”.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit innerhalb der Staatsanwaltschaft des nördlichsten Bundeslands über die Pläne des ehemaligen Chefermittlers und jetzigen Leiters der Lübecker Staatsanwaltschaft, Heinrich Wille, ein Buch über den Fall zu veröffentlichen. Generalstaatsanwalt Erhard Rex hatte entschieden, dass der Behördenleiter kein Buch in einem kommerziellen Verlag veröffentlichen dürfe. Wille gilt als Vater der Mordtheorie.

Barschel war am 11. Oktober 1987 in der Badewanne seines Zimmers im Genfer Hotel „Beau Rivage” tot aufgefunden worden. Seitdem gibt es einen Streit um die Frage, ob der 43-Jährige Selbstmord beging oder ermordet wurde. Reporter des „Stern” hatten Barschels Leichnam in Genf entdeckt und fotografiert.