Hückelhoven: Operation am offenen Herzen der Stadt

Hückelhoven: Operation am offenen Herzen der Stadt

Einer Stadt ein neues Gesicht zu geben ist ein Unterfangen, das nicht am Wochenende über die Bühne gehen kann, dazu braucht es schon einen ziemlich langen Atem. In Hückelhoven ist man auf einem guten Weg.

Während vor, sagen wir zehn Jahren im Zusammenhang mit dem Namen der Stadt als Erstes der Förderturm genannt wurde, ist es heute schon in mindestens gleichem Maße das Hückelhoven Center: Die Stadt wandelt sich, und ein Ende dieses Prozesses ist nicht abzusehen.

Noch in diesem Jahr wird auf dem Gelände unter dem Förderturm der Spaten für den Obi-Baumarkt in den nicht mehr kontaminierten Boden gestochen. Kurze Zeit später werden die Verantwortlichen das Gartengerät in die Hände nehmen, um den symbolischen Baubeginn für den Möbel-Discounter Roller dort, wo vor inzwischen schon dreieinhalb Jahren die Brikettfabrik in sich zusammen gesprengt wurde, zu demonstrieren. Die Entwicklung geht so rasch voran, dass nur wenig Platz für besinnliche Rückblicke in die Vergangenheit bleibt.

Bei allem Wandel ist das Areal um den Breteuilplatz und den Wildauer Platz nach wie vor das Herz des neuen Hückelhoven. Aber auch hier bleibt kaum noch etwas so, wie es mal war.

Das alte Rathaus, klar, da wird nicht dran gerüttelt. Das Wohn- und Geschäftshaus, in dem jetzt im Erdgeschoss noch ein Eiscafé und ein Fitnessstudio zu finden sind, aber wird sein Gesicht von Grund auf ändern: Die Eigentümer wollen das Gebäude modernisieren und zum Teil dreigeschossig erweitern. Eine Operation am Herzen der Stadt sozusagen. So viel Privatinitiative freut die Verantwortlichen im neuen Rathaus enorm: „Diese Modernisierungs- und Expansionsabsicht wird begrüßt, denn durch sie wird umgesetzt, was bereits in den Workshops zur Umgestaltung der Parkhofstraße und des Breteuilplatzes für sinnvoll erachtet wurde”, heißt es aus dem Rathaus.

Dabei ist man sich sowohl von Seiten der Verwaltung als auch der Politik einig, dass hier ganz besondere Gestaltungsregeln gelten sollen: „Wegen der besonderen städtebaulichen Bedeutung der im Stadtzentrum gelegenen Örtlichkeit sollen erhöhte architektonische Anforderungen an ein dort entstehendes Gebäude gestellt werden, welches künftig das Stadtbild in hohem Maße mit prägen wird”, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung, der die Mitglieder des zuständigen politischen Ausschusses ihren Segen gegeben haben. „Erhöhte architektonische Anforderungen” also: Da darf man gespannt sein.