Ohne Klischees zurück zum Sinn

Ohne Klischees zurück zum Sinn

Schneeflöckchen dort, Schweißtropfen hier. Heißer Glühwein bei euch, kühl gestelltes Bier bei mir. Winter in Deutschland, Sommer in Simbabwe. Und trotzdem: Der 24. Dezember kennt in Deutschland, Simbabwe, auf der ganzen Welt, nur einen Namen: Weihnachten. Wie wird es sich wohl anfühlen — mein erstes Weihnachten weit weg von zu Hause?

Ein klassisches Gefühl von Advents- oder Weihnachtszeit habe ich in diesem Dezember nicht. Auf vorweihnachtlichen Trubel wird in Simbabwe verzichtet. Ich fühle mich mehr im Juli als im Dezember.

Aber was ist es eigentlich, dass dieses klassische Weihnachtsgefühl ausmacht? Der Glühwein auf den Weihnachtsmärkten? Ladenregale voller Schokoweihnachtsmänner? Tannenbäume und Lichterketten? Mir kommen diese Dinge gleich in den Kopf. Dabei haben sie mit dem Grundgedanken von Weihnachten nichts zu tun. Sie beschreiben Weihnachten bloß als das Ereignis, zu dem es die Wirtschaft gemacht hat: einem Konsumevent im vierten Quartal.

Dabei geht es für Christen um nicht weniger als die Menschwerdung Gottes aus Liebe zu den Menschen. Um es weniger pathetisch auszudrücken: Wir sollen gut und solidarisch miteinander umgehen.

Gerade dessen bin ich mir in Abwesenheit der Klischees bewusst geworden. Deshalb bin ich überzeugt: Weihnachten in Simbabwe wird ein gutes Fest.

(David Grzeschik macht zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in Simbabwe, dort unterrichtet er Deutsch an einer Schule.)

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