Kreis Düren: Nur zehn neue Fußball-Schiedsrichter

Kreis Düren: Nur zehn neue Fußball-Schiedsrichter

Ohne sie geht vielerorts in ganz Deutschland am traditionellen Sonntagnachmittag rein gar nichts. Auch im Kreis Düren sind Schiedsrichter Wochenende für Wochenende im Einsatz auf Fußballplätzen. Luftsprünge musste man daher beim Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) vermuten, als sich in den Sommerferien eine stolze Anzahl Schiedsrichter-Anwärter meldete.

„Wir hatten eine sehr erfreuliche Zahl von 40 Anmeldungen“, blickt KSA-Geschäftsführer Rainer Koll zurück.

Die Freude aber wich der Ernüchterung. Zwei der 40 angemeldeten sagten zu Lehrgangsbeginn ab, da für sie der Winterlehrgang terminlich besser geeignet sei. Zehn Senioren- und fünf Junioren-Anwärter aber schlugen gar nicht auf zum ersten Treffen. Sie ließen sich auch in der Folge nicht blicken — und das auch noch unentschuldigt, wie KSA-Vorsitzender Bernd Jungherz bestürzt feststellen musste: „Das ist erschreckend.

Schiedsrichter sind wichtig für die Vereine, aber offensichtlich kümmern sich die Klubs nicht um ihre Schiedsrichter-Anwärter — da ist dann schon ein Geschmäckle dabei.“ Obwohl der KSA auf 180 Unparteiische zurückgreifen kann, sprechen die Verantwortlichen längst von einem Schiedsrichtermangel. Manch ein Schiedsrichter sei fünf-, sechs- oder gar siebenmal in der Woche mit der Pfeife auf dem Fußballfeld zu finden.

Am Ende des Lehrgangs kamen zehn neue Unparteiische hinzu. Björn Herff, Robert Musiol, Patrick Vogel, Alexander Nepomuck, Aaron Lammertz, Thomas Leipertz, Jens Engert, Francesco Maragliano, Michael Lang und Duncan Spreuer heißen die neuen „Men in Black“. Lehrgangsbester wurde Alexander Nepomuck — fehlerfrei bestand er den Anwärtertest.

Bedauerlicherweise fielen aber auch neun weitere Anwärter durch. Sie können einen neuen Anlauf im Winter starten und bis dahin die einmal im Monat stattfindende Schiedsrichter-Weiterbildung besuchen. Seufzend fügt Bernd Jungherz an: „Nur 25 Prozent ‚Ertrag‘ aus 40 Anmeldungen ist enttäuschend. Die Gründe werden wir in Ruhe auswerten.“

Vier „Nachzügler“ konnten an der Prüfung nicht teilnehmen, da sie am Prüfungstag noch auf einer Klassenfahrt waren — sie bekommen in Kürze noch die Gelegenheit, ihre Prüfung abzulegen und somit die Referee-Lizenz zu erhalten.

(kte)