Kreis Heinsberg: „Nur eine Notfallpraxis reicht nicht aus“

Kreis Heinsberg: „Nur eine Notfallpraxis reicht nicht aus“

Die Diskussion um die Zukunft der Notfallpraxen läuft, seitdem die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein bekannt geworden sind: Im Kreis Heinsberg soll die Zahl dieser Praxen für den hausärztlichen Notdienst von drei auf eine reduziert werden.

Jetzt gibt es einen Aushang, mit dem zunächst in den Notfallpraxen in Erkelenz und Heinsberg, später auch in anderen Arztpraxen und Apotheken auf die Problematik aufmerksam gemacht werden soll. Und mit der Sammlung von Unterschriften bitten die Teams der Notfallpraxen um Unterstützung für ihr Anliegen unter der Botschaft: „Nur eine Notfallpraxis im Kreis Heinsberg reicht nicht aus!!!“

Im Aushang schreiben die Teams der Notfallpraxen:

„In den Praxen in Erkelenz (seit 2000) und in Heinsberg (seit 2002), die auch während der Nacht bis 8 Uhr beziehungsweise 7.30 Uhr morgens mit einem Arzt besetzt sind, werden im Durchschnitt jeweils zwischen 1700 und 1800 Patienten im Monat — in der Praxis wie auch auf Hausbesuchen — behandelt.

Nach den Vorstellungen der Kassenärztlichen Vereinigung, die darüber gemeinsam mit der Ärztekammer entscheidet, soll es zukünftig für den Kreis Heinsberg nur noch eine Notfallpraxis geben, die zudem nur noch bis 24 Uhr geöffnet hat. Der dort tätige Arzt behandelt auch nur noch Patienten in der Praxis. Er fährt keine Hausbesuche mehr. Hausbesuche müssen nach dem Beschluss der Kassenärztlichen Vereinigung zukünftig in der Notrufzentrale in Duisburg telefonisch angefordert werden.

Von dort sollen die Hausbesuchsfahrten (ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten) koordiniert werden, wobei hier der Kreis Heinsberg gemeinsam mit der Stadt ­Aachen, Aachen-Land und dem Kreis Düren einen riesigen Fahrdienstbezirk bildet, in dem im Jahresmittel gerade einmal sechs Fahrzeuge für die Hausbesuche — zeitlich gestaffelt — zum Einsatz kommen sollen.

Dies sicherlich mit der Folge, dass in der Zeit, in der auch die Notfallpraxis geschlossen ist, eine hausärztliche Notfallversorgung im Kreis Heinsberg nicht mehr stattfinden wird. Die Kassenärztliche Vereinigung meint, mit ihren Beschlüssen die Patientenversorgung im Bezirk Nordrhein verbessern zu können.

Für den Kreis Heinsberg bedeutet dies allerdings eine massive Verschlechterung der bisherigen ärztlichen Versorgung !!!“

(disch)