Kreis Heinsberg: NRW.Invest Awards: Sternstunde für die Wirtschaftsförderung

Kreis Heinsberg: NRW.Invest Awards: Sternstunde für die Wirtschaftsförderung

Das war eine Sternstunde für die heimische Wirtschaftsförderung: In der Landeshauptstadt Düsseldorf wurden am Montag die NRW.Invest Awards für beispielhafte Investitionen verliehen. Und gleich zwei der drei Preisträger kommen in diesem Jahr aus dem Kreis Heinsberg.

NRW.Invest, die zentrale Anlaufstelle für Investitionen in NRW, und das Land Nordrhein-Westfalen zeichneten die US-amerikanische Firma Edgetech Europe (Heinsberg) und den japanischen Automobilzulieferer Denso Automotive Deutschland (Wegberg) aus. Der dritte Preis ging an das polnische Unternehmen Secespol (Düsseldorf).

NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger betonte aus Anlass der Preisverleihung: „Ausländische Firmen wachsen am Standort Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich.” Über 10.000 Unternehmen mit mehr als 50 Prozent ausländischem Kapitalanteil seien in NRW inzwischen zu Hause. 2010 habe NRW.Invest mit 110 angesiedelten Unternehmen, die rund 3200 neue Arbeitsplätze im Land schaffen würden, das beste Ergebnis in der jüngsten Vergangenheit geschafft, so der Minister. Petra Wassner, Geschäftsführerin von NRW.Invest, ergänzte, in diesem Jahr seien inzwischen schon 62 Firmen angesiedelt worden, die über 1600 neue Arbeitsplätze planen würden. Allerdings zeichne sich ab, „dass der Fachkräftemangel ein limitierender Faktor bei der Ansiedlung werden könnte”.

Edgetech Europe, nach Wassners Angaben eines der 5000 weltweit am schnellsten wachsenden Unternehmen, erhalte den Award in der Kategorie Innovation vor allem aufgrund seiner energieeffizienten Erfindung: Der Super Spacer ist ein Kunststoff-Abstandshaltersystem für Isolierverglasung, das die Wärmeverluste an Fenstern deutlich (um bis zu 94 Prozent gegenüber Aluminium-Abstandshaltern) reduzieren soll. In Heinsberg-Dremmen hat Edgetech Europe fünf Millionen Euro investiert und ein Produktionswerk geschaffen, in dem es schon mittelfristig 150 Arbeitsplätze geben soll. Die erste Produktionslinie ist - wie berichtet - im Frühjahr in Betrieb genommen worden. Bis 2015 sollen sechs Anlagen entstehen. Wie Prokurist Johannes von Wenserski erläuterte, habe sich Heinsberg als Standort gegenüber 61 europäischen Mitbewerbern durchgesetzt. Die zentrale Lage und die gute logistische Anbindung nannte er unter anderem als Pluspunkte.

Denso Automotive Deutschland hat sein Forschungs- und Entwicklungszentrum im Wegberg-Oval auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Wildenrath (bei Denso offiziell als „Aachen Engineering Centre” firmierend) ausgebaut. Wie berichtet, wurden 19,3 Millionen Euro von Denso in diesen Ausbau investiert. Um das Leistungsangebot für Hersteller von Fahrzeugen und Komponenten des Antriebsstrangs zu verbessern, wurde die Zahl der Prüfeinrichtungen verdoppelt. Stolz ist Denso auch auf ein völlig neues Elektroniklabor. Geschäftsführer Masato Nakagawa: „Wir können jetzt die Entwicklung von Hardware und Software für die Motorsteuergeräte von Diesel- und Benzinmotoren im eigenen Hause anbieten. Unser Labor ist zudem für Elektro- und Hybridtechnologien europäischer Spezifikation gerüstet.” Bis Ende 2013 soll die Zahl von 100 Mitarbeitern erreicht werden, sagte Nakagawa, der vor allem die Nähe zu Aachen mit FH und RWTH herausstellte.

Beide, Johannes von Wenserski wie auch Masato Nakagawa, lobten die gute Zusammenarbeit mit Institutionen und Verwaltungen vor Ort und nannten dabei insbesondere auch die von Dr. Joachim Steiner geführte Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG).

Seit 2003 werden die NRW.Invest Awards verliehen

2003 wurden die NRW.Invest Awards erstmals verliehen. 2005 ging der Preis an den Teleshopping-Sender QVC, der in ­Hückel­hoven-Baal ein großes Distributionszentrum betreibt, für über 2500 geschaffene Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen. 2010 wurde in der Kategorie Innovation die australische Firma Ceramic Fuel Cells (CFC) für ihre neue Brennstoffzellenproduktion in Heins­berg-Oberbruch ausgezeichnet.

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