Zweite Vorlesung der Kinder-Uni in Aachen mit „Lasershow“

Kinder-Uni begeistert : Star-Wars-Regisseur hat „in Physik nicht aufgepasst“

In der Kinderuni wird erklärt, was an den Laserschwertern im Film falsch ist. Das Publikum ist von Demonstrationen begeistert.

Ziemlich musikalisch ging es am Freitag bei der zweiten Kinderuni-Vorlesung in diesem Halbjahr zu. Denn wenn die Liebe zur Musik mit der Faszination vom Maschinenbau zusammenkommt, entsteht eine Laserharfe. Haben sich zumindest die Maschinenbaustudenten Jan, Javier, Johannes, Georg und Marcel überlegt und eine gebaut. Wie die Laserharfe klingt und wie sie funktioniert, zeigten sie zusammen mit Professor Peter Loosen vom Lehrstuhl für Technologie optischer Systeme der RWTH im zentralen Hörsaalgebäude C.A.R.L.

Zuvor erklärte Professor Loosen, wie diese sehr dünnen, farbigen und gerichteten Strahlen überhaupt zustande kommen: „Dafür brauchen wir ein Gas oder Kristall, in dem Laserphotonen entstehen, indem Anregungslicht darauf fällt. Ganz wichtig sind dann zwei Spiegel, die die Laserphotonen im gleichen Takt hin und her werfen. Hat ein Spiegel ein Loch, kann dieses farbige und gerichtete Licht austreten und bewegt sich dann in nur eine Richtung.“ Und zwar so lange, bis er auf einen Widerstand trifft, etwa eine Wand.

George Lucas, Regisseur der Star-Wars-Filmreihe und geistiger Vater des Laserschwertes, „hat im Physikunterricht nicht aufgepasst“, war sich Loosen sicher. Denn zum einen würden die Strahlen eines Laserschwertes nicht nach eineinhalb Metern einfach enden, und man könnte Laserlicht ohne Rauch oder Nebel auch nicht von der Seite sehen. Zum anderen hätte es keine grünen Blitze geben können, als sich die rote Klinge von Darth Vader und die blaue von Obi Wan Kenobi kreuzten.

„Die hätten violett sein müssen“, wie Loosen mit Unterstützung der Studenten demonstrierte. Recht hatte Lucas aber in einem anderen Punkt: Laser können schon einiges kaputtmachen. Luftballons zum Beispiel, die die Studenten mit Hilfe eines Laserstrahls bereits nach kurzer Zeit zum Platzen brachten. In die Hände der musikalischen Studenten brannten die Strahlen hingegen kein Loch. „Denn tatsächlich sehen wir hier nicht zwölf Strahlen, sondern nur einen, der in sehr kurzer Zeit durch verschiedene Löcher nach außen tritt“, beschrieb einer der Harfen-Konstrukteure das Prinzip des ungewöhnlichen Instrumentes.

Doch dann war’s genug der Theorie: Nebelmaschine läuft, Licht aus, Harfe an. Das junge Publikum war begeistert.

Die nächste und letzte Kinderuni des ersten Halbjahres ist am Freitag, 14. Juni, um 17 Uhr ausnahmsweise im Audimax. Professorin Katharina Schmitz wird dann versuchen, so stark wie Pippi Langstrumpf zu sein – mit Hilfe von Hydraulik.

(xen)
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