Jülicher Atommüll: Zwei mögliche Lösungen zeichnen sich ab

Jülicher Atommüll : Zwei mögliche Lösungen zeichnen sich ab

Für den Jülicher Atommüll zeichnen sich zwei mögliche Lösungen ab. Wenn die Vorbereitungen optimal weiterliefen, könnte der Transport ins Zwischenlager Ahaus frühestens im Herbst 2019 beginnen, erklärte die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN).

Der Transport in die USA als zweite Option könnte demnach 2020 beginnen, sagte der Technische Geschäftsführer Rudolf Printz der Deutschen Presse-Agentur. Die letztlich schnellste Lösung werde den Vorzug bekommen müssen. Gemessen am Planungsstand lägen beide Optionen zeitlich so gut wie gleichauf. In beiden Fällen gebe es bei den weiteren Planungen aber Unwägbarkeiten.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hatte 2014 als atomrechtliche Aufsichtsbehörde angeordnet, das Zwischenlager unverzüglich zu räumen. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass das Lager erdbebensicher ist.

Als dritte Option werde der Neubau eines neuen Zwischenlagers weiterverfolgt, der knapp zehn Jahre in Anspruch nehmen würde, sagte Printz. Mit dem Neubau hätte man bisher aber ohnehin nicht beginnen können. Erst seit zwei Monaten sei klar, wie ein neues Lager erdbebensicher gebaut werden müsste.

Voraussetzung für den Transport in die USA oder nach Ahaus ist den Angaben nach eine Transportgenehmigung. Nachdem das Bundesumweltministerium die Auflagen verschärft hat, müssen Atomtransporte gegen terroristische Angriffe besonders geschützt sein.

„Wir sind die ersten, die Transporte auf der Straße nach diesen neuen Auflagen genehmigen lassen müssen”, sagte Printz. Die Transporter für die Straße müssten zu einer Art Hochsicherheitstrakt ausgebaut werden. Die Nachrüstung werde dreimal so viel kosten wie die Zugmaschine selbst - die größte, die für deutsche Straßen zugelassen ist.

Die erste soll im August kommen. Zusammen mit dem Anhänger, auf dem die Castoren transportiert werden sollen, werde das Gespann Überlänge und Überbreite haben. Vor den verschärften Auflagen wäre der Castor-Transporter äußerlich nicht von einem gewöhnlichen Lastwagen zu unterscheiden gewesen. Wenn die Anforderungen des Transports nicht gelöst werden könnten, wäre der Neubau des Lagers die einzig umsetzbare Option.

(dpa)
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