Aachen/Ingolstadt: Zwei mögliche Lösungen für das „Keyless Go“-Problem

Aachen/Ingolstadt: Zwei mögliche Lösungen für das „Keyless Go“-Problem

Die Probleme mit dem schlüssellosen Zugang der neueren Fahrzeugmodelle sind den Autoherstellern nicht verborgen geblieben, doch erst in den zurückliegenden Monaten haben die deutschen Firmen reagiert. Autobesitzer, denen wegen des schlüssellosen Zugangs Sicherheitsbedenken gekommen sind, können die Funktion durch eine Umcodierung der Autosoftware einfach streichen lassen.

Um das Auto zu öffnen, muss dann wieder der Schlüssel benutzt werden. BMW zum Beispiel bietet den Service kostenlos an, bei Audi kostet die Umcodierung etwa 60 Euro.

Allerdings arbeite die ganze Branche „mit Hochdruck daran, das Problem abfangbarer Schlüsselsignale zu lösen“, sagte gestern Michael Crusius, Sprecher der Audi AG in Ingolstadt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Moment werde an zwei Varianten gearbeitet, die möglicherweise schon Anfang nächsten Jahres Marktreife besitzen könnten.

Variante eins: Autoschlüssel, die einen schlüssellosen Zugang zum Auto ermöglichen, könnten mit einem Lagesensor ausgestattet werden, der feststellt, ob der Schlüssel bewegt wird oder nicht. Mit dem Verbauen eines solchen Senders werde sichergestellt, dass der Schlüssel nur dann Signale zum Öffnen des Autos aussendet, wenn er sich in Bewegung befindet, wenn ihn also jemand bei sich trägt, der auf dem Weg zu seinem Auto ist. Eine der Firmen, die im Moment an einer solchen Lösung arbeiten, ist der Automobilzulieferer Continental, der auch einen Sitz in Aachen hat, sagt Audi-Sprecher Crusius.

Variante zwei: Das Prinzip der Datenübertragung von Schlüssel zum Auto wird verändert. Eine neue Technologie würde messen, wie groß die Entfernung zwischen Originalschlüssel und Auto ist. Das Auto würde sich erst dann automatisch öffnen, wenn der Schlüssel eine gewisse Distanz zum Auto unterschreitet, beispielsweise zehn Meter. Das abgefangene Signal allein würde Autodieben also nichts mehr nutzen, sie bräuchten zusätzlich den originalen Schlüssel.

Michael Crusius sagte allerdings, dass sich die Automobilbranche seit Jahrzehnten „in einem ständigen Katz- und Maus-Spiel mit den Autodieben“ befindet. In der Regel sei es so, dass jede technische Neuerung nur für eine gewisse Zeit die Sicherheit vor Autodiebstählen erhöhe. So lange, bis die Autodiebe auch für die neue Technik eine Methode gefunden hätten, sie zu überwinden.

Was nicht nur bei Audi für Verwunderung sorgt, ist die Tatsache, dass die großen Versicherer weder Kunden noch Hersteller verpflichten oder ermutigen, die Sicherheit der Autos zu erhöhen. In der Tat hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass man die Frage des Diebstahlschutzes den Automobilherstellern überlasse.