Aachen/Lüttich: Zugverkehr stundenlang blockiert

Aachen/Lüttich: Zugverkehr stundenlang blockiert

Mit ihrem dritten Warnstreik innerhalb von zwei Wochen hat die Lokführergewerkschaft GDL wieder für Durcheinander im Bahnverkehr gesorgt. Die Arbeitsniederlegung dauerte bis 11.30 Uhr und hat auch viele Züge in der Region betroffen.

Verspätet oder ausgefallen sind Fahrten der Euregiobahn und mehrerer Regionalbahnen. Mittlerweile ist der Streik beendet, der Zugverkehr hat sich normalisiert.

Nur 19 GDL-Organisierte waren es im Einzugsbereich Aachen, und es ist erstaunlich, welch durchschlagende Wirkung ihre Arbeitsniederlegung hatten: Immer wieder stand auf der Anzeigetafel über dem Gleistunnel, dass Züge wie der RE 20 nach Düren oder der RE 9 nach Siegen ausfallen oder der für 11.39 Uhr avisierte ICE nach Frankfurt 60 Minuten Verspätung hat. Manche Züge kamen aber auch durch, beispielsweise wenn sie von Beamten oder Nichtmitgliedern gelenkt werden.

Außerhalb des rollenden Fahrpersonals hatte der Warnstreik nur geringe Folgen. So verzeichneten die auf dem Wendehammer stehenden Taxifahrer nur vereinzelt längere Touren, obwohl seitens der Bahn keine Busse bereitgestellt worden waren. So mancher habe sich vorher schlau gemacht und seine Reisepläne geändert, sicher habe auch mancher Karnevalist einen Brückentag genommen, mutmaßte ein Mitarbeiter.

„Rund 70 Prozent aller in NRW fahrenden Züge waren entweder verspätet oder sind ausgefallen”, bilanzierte der stellvertretende GDL-Landesvorsitzende Olaf Schulz-Arimond nach der dreistündigen Aktion am Freitagvormittag. Wie ein Bahnsprecher sagte, war vor allem der S-Bahn-Verkehr im Raum Köln beeinträchtigt. Zumindest für Rosenmontag gab die GDL Entwarnung: Zum Höhepunkt der Karnevalssession seien keine Arbeitsniederlegungen geplant.

Etwa 280 der rund 3200 GDL-Lokführer bei Deutscher Bahn und Privatbahnen in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich an dem neuen Warnstreik, wie Schulz-Arimond sagte.

Die Deutsche Bahn machte Köln als Schwerpunkt des Warnstreiks in NRW aus. Die Auswirkungen waren - mit entsprechenden Auswirkungen auf das ganze Land und die Region. Auch er schätzte, dass landesweit zwei Drittel des Regionalverkehrs durch den Arbeitskampf beeinträchtigt waren.

Deutlich weniger betroffen sei der Fernverkehr gewesen, sagte der Sprecher. So seien trotz Warnstreiks Züge auf der ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt unterwegs gewesen. Dennoch: In Köln war ein ICE Richtung Dortmund mit fast drei Stunden Verspätung angekündigt. Mit Störungen müssen Bahnreisende bis in den Abend hinein rechnen.

Die Gewerkschaft will einheitliche Tarifbedingungen für rund 26.000 Lokführer in der deutschen Bahnbranche durchsetzen. Betroffen von den Warnstreiks sind sowohl die Deutsche Bahn (DB) als auch Privatbahnen.

Streik auch in Belgien

Ein „Generalstreik” mehrerer Gewerkschaften hat auch in Belgien den Verkehr weitgehend lahmgelegt und vor allem in den großen Städten zu erheblichen Behinderungen geführt. Die Gewerkschaften, darunter auch die große sozialistische FGTB, hatten zu Protest gegen einen sozialen Rahmenvertrag mit der Regierung aufgerufen. Sie hatten diesem Vertrag ursprünglich selbst zugestimmt, waren dann wegen Widerstandes der Mitglieder davon wieder abgerückt.

Am Freitagmorgen war vor allem der öffentliche Nahverkehr in Belgien vom Streik stark betroffen.