Jülich: Zugmaschinen für Jülicher Atommüll-Transport sind bestellt

Jülich: Zugmaschinen für Jülicher Atommüll-Transport sind bestellt

Für mögliche Atomtransporte aus Jülich wird zur Zeit an speziellen Hochsicherheitstransportern gearbeitet. Nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) sind bereits drei Zugmaschinen bestellt, die nach der Lieferung im August direkt gepanzert werden sollen, teilte JEN-Sprecher Jörg Kriewel mit.

Es seien die stärksten Zugmaschinen, die auf deutschen Straßen zugelassen seien. Die Ausstattung der Transportauflieger für die Castoren sei zur Zeit noch in der Entwicklung.

Die Spezialtransporter wären für einen Transport in die USA oder nach Ahaus notwendig. Beide Möglichkeiten liegen gemessen am Planungsstand zeitlich so gut wie gleichauf, haben nach Angaben der JEN aber beide noch Unwägbarkeiten.

Im günstigen Fall könnte der Transport ins Zwischenlager Ahaus frühestens im Herbst 2019 beginnen, der Transport in die USA im Jahr 2020. Bei der USA-Lösung müssten die Castoren mit den hochstrahlenden Brennelementen über die Straße in einen deutschen Hafen gebracht werden. Wissenschaftler berechnen demnach zur Zeit, wie die Auflieger ausgestattet sein müssen.

Oliver Krischer, stellvertretender Grünen-Fraktionschef aus Düren, äußerte am Sonntag Kritik am Vorgehen der JEN: „Seit Monaten wird von den zuständigen Ministern erzählt, nach wie vor stünden für den Jülicher Atommüll alle drei Optionen — Ahaus, USA und die weitere Zwischenlagerung in Jülich — gleichrangig im Raum.“ Die Anschaffung von Zugmaschinen sei mindestens „erstaunlich“, wenn gar nicht klar sei, ob der Atommüll aus Jülich weggeschafft werden soll, so Krischer.

Das Ganze erwecke aber eher den Eindruck, dass „die Entscheidung zum Transport nach Ahaus oder in die USA längst gefallen ist“. Mit ihren „USA-Träumereien“ blockiere die Jülicher Atomlobby seit Jahren eine Lösung. Jetzt sei der Druck offensichtlich groß, so Krischer.

(dpa/red)
Mehr von Aachener Zeitung