Aachen/Lüttich: Züge in der Region stundenlang blockiert

Aachen/Lüttich: Züge in der Region stundenlang blockiert

Mit ihrem dritten Warnstreik innerhalb von zwei Wochen hat die Lokführergewerkschaft GDL wieder für Durcheinander im Bahnverkehr gesorgt. Die Arbeitsniederlegung hat auch viele Züge in der Region betroffen.

Verspätet oder ausgefallen sind Fahrten der Euregiobahn und mehrerer Regionalbahnen. Mittlerweile ist der Streik beendet, der Zugverkehr hat sich normalisiert.

Von 8.30 bis 11.30 Uhr blieben 19 DB-Bedienstete aus der hiesigen Ortsgruppe ihren Arbeitsplätzen fern. „Ich gehe davon aus, dass wir nach dem Ende der Urabstimmung eine überwältigende Mehrheit für eine unbefristete Fortsetzung des Streiks nach Karneval verzeichnen”, erklärte Stefan Dewes, Vorsitzender der GDL Aachen, am Vormittag. „Es wird Zeit, dass die Arbeitgeber im Bahngewerbe uns jetzt ein großes Stück entgegenkommen.”

Viele Bahnkunden hatten offenbar umdisponiert: Von chaotischen Zuständen war am frühen Mittag nichts zu sehen - obwohl zahlreiche wichtige Verbindungen, darunter der Regionalexpress (RE) 1 über Köln nach Hamm und der RE9 Richtung Siegen, ersatzlos gestrichen werden mussten - und auch die Gleise der Euregiobahn weitgehend kalt blieben. „Wir haben das Gespräch mit den Kunden gesucht. Wir sind fast durchweg auf Verständnis gestoßen”, berichtete Dewes.

„Rund 70 Prozent aller in NRW fahrenden Züge waren entweder verspätet oder sind ausgefallen”, bilanzierte der stellvertretende GDL-Landesvorsitzende Olaf Schulz-Arimond nach der dreistündigen Aktion am Freitagvormittag. Wie ein Bahnsprecher sagte, war vor allem der S-Bahn-Verkehr im Raum Köln beeinträchtigt. Zumindest für Rosenmontag gab die GDL Entwarnung: Zum Höhepunkt der Karnevalssession seien keine Arbeitsniederlegungen geplant.

Etwa 280 der rund 3200 GDL-Lokführer bei Deutscher Bahn und Privatbahnen in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich an dem neuen Warnstreik, wie Schulz-Arimond sagte.

Die Deutsche Bahn machte Köln als Schwerpunkt des Warnstreiks in NRW aus. Die Auswirkungen waren - mit entsprechenden Auswirkungen auf das ganze Land und die Region. Auch er schätzte, dass landesweit zwei Drittel des Regionalverkehrs durch den Arbeitskampf beeinträchtigt waren.

Deutlich weniger betroffen sei der Fernverkehr gewesen, sagte der Sprecher. So seien trotz Warnstreiks Züge auf der ICE-Strecke zwischen Köln und Frankfurt unterwegs gewesen. Dennoch: In Köln war ein ICE Richtung Dortmund mit fast drei Stunden Verspätung angekündigt. Mit Störungen müssen Bahnreisende bis in den Abend hinein rechnen.

Die Gewerkschaft will einheitliche Tarifbedingungen für rund 26.000 Lokführer in der deutschen Bahnbranche durchsetzen. Betroffen von den Warnstreiks sind sowohl die Deutsche Bahn (DB) als auch Privatbahnen.

Streik auch in Belgien

Ein „Generalstreik” mehrerer Gewerkschaften hat auch in Belgien den Verkehr weitgehend lahmgelegt und vor allem in den großen Städten zu erheblichen Behinderungen geführt. Die Gewerkschaften, darunter auch die große sozialistische FGTB, hatten zu Protest gegen einen sozialen Rahmenvertrag mit der Regierung aufgerufen. Sie hatten diesem Vertrag ursprünglich selbst zugestimmt, waren dann wegen Widerstandes der Mitglieder davon wieder abgerückt.

Am Freitagmorgen war vor allem der öffentliche Nahverkehr in Belgien vom Streik stark betroffen.