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Organisierte Kriminalität: Zehn Verdächtige in U-Haft nach Razzia gegen Geldwäsche-Netzwerk

Organisierte Kriminalität : Zehn Verdächtige in U-Haft nach Razzia gegen Geldwäsche-Netzwerk

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, rund 140 Millionen Euro verschoben zu haben. Das Geld soll unter anderem aus Drogengeschäften stammen und möglicherweise auch zur Terrorfinanzierung eingesetzt worden sein.

 Nach der Großrazzia gegen ein internationales Geldwäsche-Netzwerk sind fast alle Festgenommenen in Untersuchungshaft. Lediglich in einem Fall habe der Haftrichter den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt, teilten die Behörden am Donnerstag auf Nachfrage mit. Somit seien zehn Verdächtige hinter Gittern. Der Wert der sichergestellten Gegenstände liege inzwischen bei fast fünf Millionen Euro. Insgesamt waren 15 Fahrzeuge, darunter zwei Lamborghinis, sichergestellt worden.

Bei der Großrazzia waren am Mittwoch mehr als 1400 Beamte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen im Einsatz. Das internationale Netzwerk, das die Ermittler als kriminelle Vereinigung einstufen, soll mittels Hawala-Banking 140 Millionen Euro verschoben haben. Insgesamt wird gegen 67 Verdächtige ermittelt.

Bei einem „Friedensrichter“ des Netzwerks besteht der Verdacht, dass es sich um einen Terroristen der islamistischen Al-Nusra-Front handelt. Der Mann soll seine Kampftruppe aus Syrien mitgebracht und als Inkasso-Schläger eingesetzt haben. Zwei Verdächtige waren als islamistische Gefährder bekannt, vier als sogenannte „relevante Personen“ des islamistischen Spektrums. Die Ermittler vermuten, dass ein Teil des überwiesenen Geldes der Terrorfinanzierung diente.

Über Zahlungsbüros in Deutschland und den Niederlanden soll das Geld in die Türkei und nach Syrien geflossen sein. Ein Großteil soll aus kriminellen Geschäften wie Drogenhandel stammen. Ein Gericht erließ Vermögensarreste in Höhe von 140 Millionen Euro, den Löwenanteil davon gegen die beiden Hauptbeschuldigten: zwei sogenannte „Groß-Hawaladare“, 42 und 44 Jahre alte Syrer, die in Düsseldorf und Mönchengladbach wohnten.

(dpa)