Aachen/Düsseldorf: Zehn Prozent mehr Kinder in Obhut

Aachen/Düsseldorf: Zehn Prozent mehr Kinder in Obhut

Die Zahl der von den Jugendämtern in NRW unter Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen ist 2008 im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Das Statistische Landesamt sprach am Mittwoch in Düsseldorf von einem neuen Höchststand.

Den Statistikern zufolge nahmen die Behörden 2008 insgesamt 9347 Kinder und Jugendliche vorläufig aus der Familie heraus - zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Anstieg im Kreis Aachen aus. Dort verdoppelte sich die Zahl akuter Fälle nahezu von 53 auf 105. Auch der Kreis Heinsberg (von 59 auf 75) und die Stadt Aachen (von 44 auf 50) meldeten steigende Fallzahlen.

Nur in der Stadt und im Kreis Düren mussten wieder etwas weniger Kinder und Jugendliche geschützt werden. Die Zahl sank 2008 auf 30, nachdem sie im Jahr 2006 noch bei 45 Fällen gelegen hatte.

In mehr als der Hälfte der Fälle (4948) wurden laut Landesamt die Maßnahmen auf Initiative des Jugendamts oder der Polizei ergriffen. Die Mehrzahl der in Obhut Genommenen waren den Angaben zufolge Jugendliche ab 14 Jahren; Kinder waren in etwa einem Drittel der Fälle betroffen. 54,2 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen seien Mädchen gewesen.

Anlass für die Schutzmaßnahmen seien häufig eine Überforderung der Eltern oder eines Elternteils gewesen. In etwa einem Viertel der Fälle seien Beziehungsprobleme der Eltern der Ausschlag gebende Grund. 769 Maßnahmen seien aufgrund von Anzeichen für Misshandlungen und 157 bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch ergriffen worden.

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