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Zehn Bahnlinien fallen wegen des Streiks der GDL in NRW komplett aus

Streik der Lokführer : RE9 von Aachen nach Siegen fällt aus

Der Streik der Lokführer hat auch in NRW zu großen Problemen im Bahnverkehr geführt, der RE9 von Aachen nach Siegen fiel komplett aus. Ab Freitag sollen die Züge wieder nach Plan fahren – doch bereits am Wochenende drohen neue Probleme.

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hat in Nordrhein-Westfalen auch am Donnerstagmorgen den Zugverkehr beeinträchtigt. „Auch heute Morgen ist der Betrieb nach einem Ersatzfahrplan gestartet“, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf. An den Bahnhöfen in NRW sei die Lage bislang ruhig. „Wir haben das Gefühl, dass die meisten Reisenden informiert sind“, so der Sprecher.

Bisher laufe der Verkehr nach dem Ersatzfahrplan stabil – trotzdem müssten Reisende im Tagesverlauf mit weiteren kurzfristigen Verzögerungen und Zugausfällen rechnen. „Wir können nicht garantieren, dass alle Reisenden ihre Ziele wie geplant erreichen“, sagte der Sprecher.

Im Regionalverkehr fallen weiterhin zehn Linien der DB Regio sowie zwei S-Bahn-Verbindungen ganz aus, wie aus einer Aufstellung der Bahn hervorgeht. Betroffen sind unter anderem der RE9 von Aachen über Köln nach Siegen und die Linien RE2 von Düsseldorf über das Ruhrgebiet ins Münsterland. Zehn weitere Linien verkehren nur mit Einschränkungen, darunter die von Pendlern viel genutzten S-Bahn-Linien S1 und S6 zwischen dem Ruhrgebiet und dem Rheinland und der Landeshauptstadt. Im Fernverkehr sollten 25 Prozent der Fahrten aufrecht erhalten werden, hieß es.

In Köln, wo die Bahn am Mittwochmorgen von einer „angespannten Lage“ berichtet hatte, habe sich die Situation mittlerweile stabilisiert, sagte der Sprecher der Bahn. Auch am Donnerstag könne es jedoch weiter zu kurzfristigen Ausfällen und Wartezeiten kommen.

Aufatmen am Freitag

Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen die Züge nach einem Streik der Lokführer ab Freitagmorgen auch in NRW wieder weitgehend planmäßig fahren. „An der ein oder anderen Stelle kann es sein, dass ein Zug oder ein Lokführer vielleicht noch am falschen Ort ist und es dann Verzögerungen gibt“, sagte ein Sprecher der Bahn am Donnerstag. „Insgesamt rechnen wir aber mit einem weitgehend normalen Zugverkehr am Freitag.“

Doch schon am Wochenende kann es auf den Schienen in NRW zu neuen Problemen kommen: Die Bahn rechnet trotz des Ende des Streiks am frühen Freitagmorgen mit vollen Zügen in den kommenden Tagen. Das liege zum einen am Rückreiseverkehr am letzten Ferienwochenende, zum anderen seien Betroffene des Streiks teilweise auch auf Verbindungen am Wochenende ausgewichen. Dadurch würden in den nächsten Tagen viele Menschen mit der Bahn unterwegs sein. „Gerade im Fernverkehr rechnen wir mit einer sehr hohen Auslastung“, sagte der Bahnsprecher am Donnerstag. „Reisende müssen sich darauf einstellen, dass die Züge relativ voll sein werden.“

Die GDL-Mitglieder streiken offiziell für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

(dpa)