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Zecken: Tipps und Tricks zum Schutz vor einem Zeckenbiss

Aktive Zeckenzeit : Welche Tipps und Tricks Sie für die Zeckensaison wissen müssen

Zecken sind jetzt wieder besonders aktiv. Doch was können Sie tun, um nicht gestochen zu werden? Hier kommen die besten Tipps und Tricks, um sich zu schützen. Wo Sie besonders gefährdet sind, zeigt unsere Risikokarte.

Auf den Wegen bleiben

Der beste Tipp gleich vorweg: Wer auf den befestigten Wegen bleibt und nicht durch das höhere Gras läuft oder durchs Unterholz streift, hat die besten Chancen, sich keine Zecken einzufangen. Die Tiere lassen sich nämlich keineswegs aus den Bäumen herabfallen. Das ist lediglich ein weitverbreiteter Irrtum. Unsere einheimischen Zecken springen auch niemanden aktiv an.

In Wahrheit machen es sich die kleinen Achtbeiner viel leichter: Sie warten in Gräsern, auf Ästen, Büschen und Sträuchern darauf, dass ein vorbeikommendes Tier oder auch ein Mensch sie einfach abstreift. Wer also keine Äste, Sträucher, Büsche oder (höhere) Gräser berührt, fängt sich so auch keine Zecke ein. In der Praxis ist das natürlich immer so eine Sache: Eine einhundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Aber dafür gibt es ja auch noch weitere Tipps.

Regelmäßig absuchen

Auf jeden Fall sollten Sie sich beim Spazierengehen durch die freie Natur in regelmäßigen Abständen (gegenseitig) nach Zecken absuchen. Vor allem im Fuß- und Beinbereich unbedingt nachschauen. Wer eine umherlaufende Zecke findet, kann diese einfach mit den Fingern entfernen und wegwerfen. Aber Vorsicht: Die Achtbeiner können sich unwahrscheinlich gut festhalten. Also anschließend unbedingt die Finger absuchen, ob sich die Zecke eventuell noch daran festhält.

Übrigens brauchen Sie keine Angst zu haben, dass die Tiere dabei zustechen, denn dazu sind sie so schnell gar nicht in der Lage. Im Gegenteil sogar sind sie bei der Auswahl der Einstichstelle sehr wählerisch. Oft laufen sie stundenlang auf der Kleidung oder auch auf dem Körper umher, um eine geeignete Stelle zu finden. Bevorzugt stechen sie dort zu, wo es geschützt, warm und gerne auch ein bisschen schwitzig ist.

Gutdurchblutete Bereiche, in denen die Haut möglichst dünn ist, sind besonders gefährdet, sprich: Füße, Kniekehlen, Leistengegend, Bauchnabel, Achseln, Ellenbeugen, Hals, Ohren und Haaransatz. Dort lohnt es sich also durchaus, auch noch ein zweites Mal nachzuschauen. Wer mit einem Hund in den Wald geht oder Katzen zu Hause hat, die draußen Freigang haben, kennt die Prozedur des regelmäßigen Absuchens von seinen Vierbeinern wahrscheinlich ohnehin schon. Falls nicht: In Zukunft nicht vergessen!

Schutzmaßnahmen

Den besten Schutz bieten lange und enganliegende Hosen, sowie ein festes und geschlossenes Schuhwerk, das auch gerne etwas höher sein darf. Auf heller Kleidung lassen sich die dunklen, rotbraun bis schwarzen Tiere natürlich einfacher entdecken. Die Jungtiere (Nymphen) sind allerdings nur etwa so groß wie ein Stecknadelkopf und werden somit oft übersehen.

Wer will, kann zudem noch sich selbst, seine Kleidung und die Schuhe mit Antizeckenpräparaten behandeln. Einen einhundertprozentigen Schutz können aber auch diese Mittel nicht garantieren. Gegen die nicht kausal behandelbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die von Zecken übertragen werden kann, ist eine Impfung möglich.

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Borreliose ist medikamentös behandelbar, muss allerdings auch erst einmal als solche erkannt werden. Einen Hinweis kann die sogenannte Wanderröte geben, ein bis zu faustgroßer roter Fleck, der um die Einstichstelle in der Mitte herum oft ein helleres Zentrum aufweist. Wer grippeähnliche Symptome wie etwa Fieber, Unwohlsein, Abgeschlagenheit, oder Kopf- und Gliederschmerzen entwickelt, sollte vorsichtshalber den Arzt aufsuchen.

Zecken entfernen

Trotz aller Vorsicht kann es natürlich doch einmal vorkommen, dass man sich eine Zecke eingefangen hat und sie sich festsaugt. Diese lässt sich mit einer spitzen Pinzette oder noch besser mit eine speziellen Zeckenzange leicht entfernen, indem man sie so dicht wie nur möglich an der Einstichstelle in der Haut ergreift und langsam herauszieht. Wichtig ist, vollgesogene Zecken dabei nicht zu quetschen.

Als sehr gut haben sich auch die speziellen Hilfsmittel bewährt, die einen immer enger werdenden Schlitz aufweisen. Mit deren Hilfe kann die Zecke – wieder möglichst dicht an der Haut – eingeklemmt und anschließend herausgezogen werden. Hausmittelchen sind übrigens absolut tabu. Also bloß keinen Klebstoff oder Öl auftragen. Da die Tiere so relativ langsam sterben, haben sie nämlich noch genügend Zeit, im Todeskampf Krankheitserreger zu übertragen. Zecken sind unwahrscheinlich zäh. Übrigens müssen die Tiere nicht herausgedreht werden. Auch das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Die kleinen Achtbeiner weisen keinerlei Gewinde auf. Ideal ist es, wenn die gesamte Zecke lebendig entfernt werden kann. Zu erkennen ist dies daran, dass sie nach dem Entfernen noch die Beine bewegt.

Wohin damit?

Ist die Zecke erst einmal entfernt und lebt sie dann auch noch, so steht man zumindest zu Hause schnell vor einem Problem: Wohin damit? Zecken sind überaus widerstandsfähige Überlebenskünstler. Man sollte sie auf keinen Fall einfach in den Mülleimer im Haus werfen, denn daraus können sie jederzeit wieder entkommen. Auch das Wegspülen im Waschbecken oder in der Toilette ist keine gute Idee, da die Tiere mehrere Wochen unter Wasser existieren können. Selbst in der Waschmaschine überleben sie 40-Grad-Wäschen und werden erst bei 60 bis 70 Grad Celsius sicher abgetötet.

Auch 24 Stunden in einer Plastiktüte im Gefrierfach bei minus acht Grad Celsius reichen nicht aus, um sie umzubringen, haben Forscher herausgefunden. Dazu sind schon 24 Stunden bei ganzen minus 20 Grad Celsius nötig.