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Sozialwohnungen rückläufig: Zahl der Wohnungen in NRW deutlich gestiegen

Sozialwohnungen rückläufig : Zahl der Wohnungen in NRW deutlich gestiegen

Binnen elf Jahren ist die Zahl der Wohnungen in NRW immerhin um gut fünf Prozent gestiegen. Einen gegenläufigen Trend gibt es bei den Sozialwohnungen.

Die Zahl der Wohnungen ist in Nordrhein-Westfalen seit 2010 um gut 5 Prozent auf 9,2 Millionen gestiegen. Jedem Einwohner standen Ende vergangenen Jahres durchschnittlich 46,4 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, berichtete das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf. Die Wohnungen in NRW haben eine Durchschnittsgröße von 90,7 Quadratmetern. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 0,5 Prozent mehr Wohnungen. Rückläufig ist dagegen die Zahl der Sozialwohnungen.

Den stärksten Anstieg der Wohnungszahlen seit 2010 ermittelten die Statistiker für die Gemeinde Südlohn (plus 18,7 Prozent), die Stadt Wassenberg (plus 18,6 Prozent) und die Gemeinde Gangelt (plus 18 Prozent). Alle drei Gemeinden liegen an der Grenze zu den Niederlanden.

In zwei Gemeinden NRWs war die Zahl der Wohnungen Ende 2021 niedriger als Ende 2010: im sauerländischen Altena (−3,4 Prozent) und in Bergneustadt (−0,7 Prozent) im Bergischen Land.

Die größten Wohnungen des Landes wurden in Stemwede (130,5 Quadratmeter), Heek (127,0 Quadratmeter), Hille
(126,8 Quadratmeter) und Selfkant (126,3 Quadratmeter) ermittelt. In den Städten Gelsenkirchen (75,2 Quadratmeter), Duisburg (76), Aachen (76,3) und Düsseldorf (76,5) waren die Wohnungen am kleinsten.

Die Zahl der Sozialwohnungen ist in Nordrhein-Westfalen dagegen rückläufig. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Bundestagsfraktion der Linken hervor.

Demnach gab es im Jahr 2020 noch 451.662 Wohnungen, deren Mieten staatlich reguliert waren. Im Jahr darauf waren es nur noch 442.295, das war ein Rückgang von 2 Prozent. Neben NRW gab es in neun weiteren Bundesländern ein Minus.

Bei Sozialwohnungen sind die Mieten staatlich reguliert. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen. Das gilt allerdings nur für eine bestimmte Zeit, danach können die Wohnungen normal am Markt vermietet werden. Die Dauer dieser Bindung ist in den Ländern unterschiedlich geregelt.

Weil wenig neu gebaut wurde, schrumpft die Zahl der Sozialwohnungen seit Jahren. Gab es in der alten Bundesrepublik noch fast vier Millionen Sozialwohnungen, waren es Ende 2020 nur noch rund 1,13 Millionen.

(dpa)