Düsseldorf: Zahl der offenen Haftbefehle in NRW noch höher als bekannt

Düsseldorf : Zahl der offenen Haftbefehle in NRW noch höher als bekannt

Die Zahl der offenen Haftbefehle ist in Nordrhein-Westfalen mit 26.800 noch höher als bislang bekannt. Zu den bereits mitgeteilten 25.300 Haftbefehlen mit bundesweiter Fahndung zum Stichtag 19. September kämen noch 1520 Haftbefehle mit landesweiter Fahndung, teilte das NRW-Innenministerium am Mittwoch auf Anfrage der Grünen-Fraktion im Innenausschuss des Landtags mit.

Weil einige Personen mit mehreren Haftbefehlen gesucht werden, lag die Zahl der Gesuchten bei 19.200. Die Zahl der offenen NRW-Haftbefehle mit bundesweiter Fahndung stieg zwischen 2014 und 2016 um 23 Prozent, bundesweit betrug der Anstieg knapp 15 Prozent. Die Zahl der Haftbefehle aus NRW entspreche dem Bevölkerungsanteil Nordrhein-Westfalens. Im vergangenen Jahr waren deutschlandweit fast 117.000 Haftbefehle zur bundesweiten Fahndung ausgeschrieben.

Für die Polizeigewerkschaften besteht angesichts der Zunahme Handlungsbedarf. „In der Vergangenheit ist der Bereich Fahndung, der die Haftbefehle vollstreckt, personell ausgedünnt worden”, hatte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, gesagt. „Der Staat untergräbt seine eigene Autorität, wenn diejenigen, die sich gesetzwidrig verhalten, keine Konsequenzen spüren.”

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) hatte angeregt, Schwarzfahren künftig nur noch als Ordnungswidrigkeit einzustufen. So könnte die Polizei entlastet werden. Die Gewerkschaft der Polizei hatte den Vorstoß begrüßt. Den Großteil der offenen Haftbefehle machten in der Regel solche Fälle von Klein- und Bagatellkriminalität aus.

(dpa)
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