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Höchster Stand seit langem: Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern steigt weiter

Höchster Stand seit langem : Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern steigt weiter

Die verschärften Corona-Maßnahmen sollen eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindern. Die aktuellen Zahlen zeigen zwar bei den Neuinfektionen eine Seitwärtsbewegung. Bei den Patientenzahlen in den Kliniken geht es zeitversetzt allerdings weiter nach oben.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern von Nordrhein-Westfalen ist auf den höchsten Stand seit mehr als einem halben Jahr gestiegen. Nach Daten der Landesregierung von Mittwoch werden aktuell landesweit 3330 Covid-19-Patienten in den Kliniken behandelt. Das sind 130 mehr als am Vortag und 442 mehr als vor einer Woche. So viele Corona-Patienten wurden zuletzt Mitte Mai behandelt. Krankenhäuser in NRW hatten in den vergangenen Wochen auch einige Patienten aus anderen Regionen aufgenommen, die gegenwärtig noch stärker von der vierten Welle der Coronavirus-Pandemie betroffen sind wie den Niederlanden und Sachsen.

Auch auf den Intensivstationen nehmen die Zahlen weiter zu. Aktuell werden von den 3330 Krankenhaus-Patienten 764 intensivmedizinisch behandelt. Das sind 14 mehr als am Vortag und 52 mehr als vor einer Woche. Von den Patienten auf den Intensivstationen werden 459 beatmet – 18 mehr als am Vortag und 87 mehr als vor einer Woche. Aber auch hier liegen die Zahlen weit unter den Höchstständen, die bei der Zahl der Krankenhaus-Patienten und der der Intensivpatienten Ende Dezember 2020 lagen. Bei Patienten mit Beatmung war die Spitze Anfang Mai.

Die Hospitalisierungsinzidenz stieg auf 4,62 nach 4,44 am Vortag. Sie gibt an, wie viel Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche aufgenommen wurden. Eine wesentliche Rolle spielt der Hospitalisierungswert seit der Bund-Länder-Beratung von Mitte November. Bei Überschreitung der Schwellen 3, 6 und 9 in den Bundesländern können jeweils schärfere Maßnahmen verhängt werden. Bundesweit lag dieser Wert zuletzt bei 5,79 und damit deutlich höher.

Die Corona-Inzidenz pendelt in NRW weiter knapp unter der Marke von 300. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche lag laut Robert Koch-Institut (Stand Mittwochmorgen) im bevölkerungsreichsten Bundesland bei 290,2. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vortag (297,0). Vor einer Woche lag der Wert bei 289,1. Die Lage ist nicht so angespannt wie in einigen anderen Bundesländern. Die bundesweite Inzidenz beträgt 427,0.

Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in NRW 8710 Neuinfektionen. Das sind 771 weniger als vor einer Woche. Besonders hoch ist die Inzidenz weiterhin im Oberbergischen Kreis mit 443,1 (Vortag: 446,1). In Köln entspannte sich die Lage nach einem steilen Anstieg in der vergangenen Woche. Die Inzidenz in der größten Stadt des Bundeslandes ging auf 391,1 zurück (Vortag: 403,7).

In Köln, dem Kreis Lippe, dem Oberbergischen Kreis, in Wuppertal und dem Kreis Herford gelten verschärfte Kontaktbeschränkungen, weil die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über dem Schwellenwert von 350 lag und das NRW-Gesundheitsministerium diesen Schritt nach der neuen Corona-Schutzverordnung verfügt hat.

Bei privaten Feiern und Zusammenkünften von Geimpften und Genesenen dürfen sich demnach in diesen Regionen nur maximal 50 Personen in Innenräumen und 200 Personen im Außenbereich treffen. Für die nicht immunisierten Personen bleibt es bei den deutlich strengeren Kontaktbeschränkungen.

(dpa)