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Aachen: Wolf zieht erstmals auch durch Limburg

Aachen : Wolf zieht erstmals auch durch Limburg

Um die Jahreswende ist erstmals ein Wolf durch unsere Region gezogen. Das bestätigte am Mittwoch der Wildbiologe Norman Stier von der Universität Dresden auf Anfrage. Das Tier hielt sich mehrere Tage in der niederländischen Provinz Limburg auf und wanderte dann nach Belgien weiter.

Bei dem Beutegreifer handelt es sich um eine Fähe. Die Wölfin ist knapp zwei Jahre alt und stammt aus einem Wurf in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurde ihr im Herbst 2016 ein Halsbandsender angelegt. Seither können die Forscher um Norman Stier die Wegstrecken des Tieres, dem sie den Namen „Naya“ gegeben haben, genau verfolgen.

„Die Wölfin hat sich im vergangenen Oktober von ihrem ursprünglichen Rudel getrennt und auf die Suche nach einem eigenen Revier gemacht“, erklärte Stier. „Sie ist durch Niedersachsen gezogen, hat sich rund zwei Wochen lang im Raum Osnabrück aufgehalten und schließlich die Grenze zu den Niederlanden überquert.“

Ende Dezember tauchte das Tier dann in der Provinz Limburg auf. Peildaten belegen seine Route vom Nationalpark Maasduinen, über den Raum Venray bis in die Gegend von Weert. Rund 60 Kilometer nordwestlich von Aachen wechselte „Naya“ dort am 3. Januar auf belgisches Territorium. Obwohl die Fähe durch teilweise dicht besiedeltes Gebiet zog, wurde das scheue Tier laut Stier nur ein einziges Mal von Menschen gesichtet.

Nach einer Wanderung von mehr als 700 Kilometern hält sich die Wölfin nun seit knapp zwei Wochen rund 70 Kilometer von Brüssel entfernt in der Nähe eines Truppenübungsplatzes auf. Militärgelände sind auch in Deutschland häufig Orte, an denen sich Wölfe ansiedeln. In diesen Sperrgebieten gibt es wenig Menschen, aber viel Wild.

„Ob das Tier weiterzieht, wissen wir natürlich nicht“, sagte Stier. Sollte „Naya“ allerdings dort bleiben, wäre sie der erste Wolf, der sich seit mehr als hundert Jahren dauerhaft in Belgien niedergelassen hat.