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Vorwürfe gegen Kölner Kardinal: Woelki soll frühzeitig über Fall Pilz informiert gewesen sein

Vorwürfe gegen Kölner Kardinal : Woelki soll frühzeitig über Fall Pilz informiert gewesen sein

Neue Vorwürfe gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Es geht um den Fall des früheren Sternsinger-Chefs Winfried Pilz.

Eine ehemalige Mitarbeiterin beschuldigt den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, frühzeitig über Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Sternsinger-Chef Winfried Pilz informiert worden zu sein. Sie habe es „nicht mehr ausgehalten (...), Dinge aus erster Hand zu wissen, die den öffentlichen Aussagen von Kardinal Woelki widersprechen, speziell zum Fall des früheren Sternsinger-Präsidenten Winfried Pilz“, sagte Hildegard Dahm, die frühere Assistentin des Personalchefs im Erzbistum Köln, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Dem 2019 gestorbenen Pilz werden Missbrauchsvorwürfe gemacht. Zehn Jahre war er bis 2010 Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ mit Sitz in Aachen. Woelki hat in einem presserechtlichen Verfahren versichert, erst ab der vierten Juniwoche dieses Jahres mit dem Fall befasst worden zu sein. „Ich werde garantiert nicht hingehen und als Bischof einen Meineid leisten“, hatte Woelki dazu gesagt.

Dahm sagte nun in dem Interview, sie habe im Januar 2015 persönlich eine Excel-Liste für Woelki erstellt mit allen damals aktuellen Missbrauchsfällen. Auf dieser Liste hätten 14 Namen gestanden, darunter der von Pilz. Ihr Chef habe die Liste in ein Gespräch mit Woelki mitgenommen. Hinterher habe sie ihren Chef gefragt, was Woelki zu der Liste gesagt habe. Darauf habe dieser geantwortet: „Das hat den Kardinal überhaupt nicht interessiert.“ Sie sei daraufhin „wie versteinert“ gewesen.

Vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ darauf hingewiesen, dass Woelki sage, er sei erst im Juni 2022 mit dem Fall Pilz befasst worden, antwortete Dahm: „Das ist nicht wahr. Mag sein, dass er sich das Blatt mit Pilz und den anderen 13 Namen nicht angeschaut hat. Aber befasst habe ich ihn damit. Ganz eindeutig. Deshalb war ich auch so entsetzt über die Selbstdarstellung des Kardinals in der Öffentlichkeit.“

(dpa)