Aachen: Wo jeder Notfall versorgt wird

Aachen: Wo jeder Notfall versorgt wird

Universitätsklinikum, Intensivstation. In den Zimmern liegen schwerkranke Menschen. In ihren Körpern stecken Kanülen und Schläuche. Geräusche sind kaum zu hören, nur das monotone Piepsen der Geräte. Viele Ärzte und Pfleger kümmern sich um die Patienten, mehr als auf den normalen Stationen.

Rund um die Uhr behandeln und überwachen sie die Patienten - persönlich und über Monitore. Die insgesamt 120 Intensivbetten des Aachener Klinikums sind stets gut ausgelastet.

„Wir halten hier Hochleistungsmedizin vor und können damit vielen lebensbedrohlich Erkrankten oder Verletzten helfen”, erklärt Prof. Gernot Marx, Anästhesiologe und Direktor der Klinik für operative Intensivmedizin Erwachsene.

Selbst wenn zeitweilig ein erhöhtes Patientenaufkommen auftritt oder unvorgesehene Notfallpatienten eingeliefert werden, ist man in der Lage, alle zu versorgen. Erleichtert wird das durch die fächerübergreifende Organisation in der operativen Intensivmedizin.

Dort werden vor allem Patienten behandelt, die schwere Operationen hinter sich haben, aber auch Patienten nach schweren Unfällen, mit Sepsis oder Notfälle wie Hirnblutungen. Daneben haben die internistischen Fachkliniken eigene Intensivstationen, beispielsweise für Patienten mit kardiologischen oder neurologischen Erkrankungen.

Wenn die Patienten über die akut kritische Phase hinweg sind, aber weiter lebenswichtige Funktionen überwacht werden müssen, kommen sie zunächst auf eine der Intermediate Care Stationen. 48 Plätze gibt es dort insgesamt. Auch die sind stark belegt. Die Fluktuation auf den Intensiv- und Intermediate Care Stationen ist hoch. 2,7 Tage bleiben die Patienten im Schnitt auf der Zwischenstation. 5,4 Tage sind es auf der Intensivstation.

Peter-Friedrich Petersen bekommt die Patienten, die notfallmäßig aufgenommen werden, als Leiter der Notaufnahme als erster zu Gesicht. Im Moment sind es besonders viele, eine steigende Zahl mit Herz-Kreislaufproblemen darunter. 20 Prozent mehr Patienten suchen die Notaufnahme auf. 130 Verletzte und Kranke kommen normalerweise täglich zu ihm und seinen Kollegen. Momentan sind es rund 150. „Das ist aber kein Problem”, sagt er.

Witterungsbedingte Knochenbrüche kann sich bei den eisigen und verschneiten und damit häufig rutschigen Straßen und Wegen jeder erklären. Aber warum steigt die Zahl der Herzattacken in der kalten Jahreszeit? Prof. Nikolaus Marx, Kardiologe und Direktor der Medizinischen Klinik I, erklärt: „Bei Kälte ziehen sich die Herzkranzgefäße leichter zusammen. Das sorgt für Beschwerden.”

Das gilt vor allem, wenn ohnehin schon Probleme vorliegen, der Patient etwa bereits Engstellen an den Gefäßen hat. Ein weiteres Zusammenziehen sorgt dann für eine schlechte Versorgung des Herzens. Verstärkt wird das bei körperlicher Anstrengung, etwa beim Schneeschaufeln.

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