Wo bekomme ich einen Maibaum in Aachen? Alles Wissenswerte zur Mainacht

Maibäume, Regeln, Strafen, Traditionen : Was Sie über den 1. Mai wissen müssen

Es ist romantische Tradition: Am 1. Mai steht vor vielen Häusern in der Region eine bunt geschmückte Birke. Wir beantworten die wichtigsten Fragen: Wo gibt es – legal – Maibäume? Was dürfen Feiernde und was nicht? Und woher kommt eigentlich der Brauch?

Ein mit bunten Bändern und Herz geschmückter Maibaum für die Angebetete: So bekunden junge Männer in der Nacht zum 1. Mai auf romantische Art ihre Liebe. Vor allem im Rheinland ist dieser Brauch verbreitet. Doch Polizei und Behörden mahnen: Die Birken dürften nicht einfach ohne Erlaubnis im Wald geschlagen werden.

„Das ist Diebstahl und Sachbeschädigung”, sagt ein Sprecher der Kreispolizei Rhein-Sieg. Und es drohen saftige Strafen: Ab 40 Euro bis zu 7500 Euro können die Strafen der Unteren Landwirtschaftsbehörde für illegales Baumfällen ausfallen. Birken dürfen grundsätzlich nicht gefällt werden. Im Wald dienen sie als Hilfs- oder Pionierhölzer. Und in Parkanlagen oder am Straßenrand sind sie zum Teil bewusst gepflanzt worden. Außerdem müssten die Bäume beim Transport ausreichend gesichert sein - dies werde die Polizei besonders kontrollieren.

In vielen Gegenden bieten Forstämter, überwiegend am Dienstag, Maibäume zum Verkauf an, wie der Landesbetrieb Wald und Holz NRW berichtet. Die Preise lägen, je nach Größe, meist zwischen 10 bis 20 Euro pro Baum. Auch in Baumärkten oder Gartencentern werden Maibaum-Fans oft fündig.

Hier gibt es Maibäume legal in der Region

Auch wenn es schön aussieht: Die Bäumchen sollten nicht an Straßenlaternen oder Verkehrsschildern befestigt werden. Denn bei starkem Wind könnte der Mast samt Baum umstürzen. Deshalb werde der Baubetriebshof dort angebrachte Bäume sofort entfernen - auf Kosten derer, die sie angebracht hätten.

Beim Transport der Birken stehe die Verkehrssicherheit an erster Stelle, sagt eine Sprecherin der Polizei in Aachen. „Die Ladungsvorschriften müssen eingehalten werden.” So darf der Baum zum Beispiel nicht nach vorne über das Fahrzeug hinausragen. Außerdem plant die Polizei rund um den 1. Mai vielerorts verstärkte Alkoholkontrollen bei Autofahrern.

So wird der Baum korrekt am Auto gesichert

So wird der Maibaum am Auto korrekt gesichert. Foto: Polizei Rhein-Sieg-Kreis

Bundesweit werden nach Schätzung des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie in diesem Jahr rund 36.000 - legal beschaffte - Maibäume als Liebesbeweis aufgestellt. Hinzu kämen rund 8000 offiziell errichtete Maibäume auf zentralen Plätzen in Städten und Gemeinden. Die erste historisch aufgezeichnete Maibaumaufstellung in der Region ereignete sich 1224 in Aachen.

Die Tradition der Maibäume

Hinweise der Polizei

Leider nutzen viele Feiernde die Mainacht auch, um über die Stränge zu schlagen. Das gilt ebenso für einige Maigesellschaften, die mit größeren Anhängern unterwegs sind. Die Polizei Aachen hat deshalb folgende Regeln bekanntgegeben:

  • Fahrzeuge und ihre Aufbauten müssen natürlich verkehrssicher sein.
  • Wenn sich Personen ungesichert auf einem Anhänger oder auf der Ladefläche eines Fahrzeugs befinden, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Dies bedeutet im Klartext: 7 bis 10 km/h. Eine höhere Geschwindigkeit bedeute erheblichen Gefahr.
  • Da auch Menschen die auf den 1. Mai nicht feiern, daher mahnt die Polizei: „Nehmen Sie Rücksicht auf diese Menschen und reduzieren Sie die Lautstärke der Musikanlagen insbesondere in den Ortschaften auf ein erträgliches und der Uhrzeit angepasstes Maß.“

Im vergangenen Jahr war in der Mainacht bei Simmerath ein zu schnell fahrendes Traktorgespann verunglückt. Sechs Menschen fielen vom Anhänger und verletzten sich teils schwer.

Die Polizei wird daher in der kommenden Mainacht Kontrollen - insbesondere in der Eifelregion - durchführen.

Gute Nachrichten gibt es von den Meteorologen: In der Mainacht soll es trockenbleiben, allerdings kann es windig werden.

(dpa/cheb)
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