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„Anti-Nabu-NRW-Demo“: Windkraftfirmen protestieren in Düsseldorf

„Anti-Nabu-NRW-Demo“ : Windkraftfirmen protestieren in Düsseldorf

Windkraft-Unternehmer haben in Düsseldorf gegen den Nabu demonstriert. Sie werfen der Umweltschutzorganisation vor, Projekte zu verhindern und so die Energiewende zu blockieren. Der Nabu weist die Vorwürfe zurück – und betont den Artenschutz.

Unternehmer aus der Windkraftbranche haben am Mittwoch in Düsseldorf gegen den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) demonstriert. Die im Landesverband Erneuerbare Energien NRW organisierten Firmen werfen dem nordrhein-westfälischen Nabu-Landesverband vor, mit Klagen und Interventionen bei den Genehmigungsbehörden den Bau von Windparks zu erschweren. Der Nabu hatte die Vorwürfe im Vorfeld zurückgewiesen. Man sei nicht gegen die Windenergie und wolle einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, hatte die Nabu-Landesvorsitzende Heide Naderer gesagt.

Laut LEE sind in den letzten Jahren 100 Windenergieanlagen mit über 500 Megawatt Leistung „blockiert und ausgebremst“ worden. Der Nabu NRW habe kein nachhaltiges Konzept für einen aus Klimaschutzgründen unverzichtbaren Umbau der Energieversorgung, erklärte der LEE-Vorsitzende Reiner Priggen.

An der Demonstration in der Nähe der Nabu-Geschäftsstelle beteiligten sich nach LEE-Angaben rund 100 Menschen. Im Verlauf der Veranstaltung zogen sie auch vor die Geschäftsstelle und bliesen in Trillerpfeifen. Sprecher von LEE und Nabu betonten im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ihre Gesprächsbereitschaft.

„Wir müssen sowohl die Klimakrise als auch die Biodiversitätskrise erfolgreich meistern“, hatte der Nabu am Dienstag entgegnet. Deshalb dürfe der enorme Ausbau der erneuerbaren Energien nur naturverträglich erfolgen. Dies müsse von der Landespolitik entsprechend berücksichtigt werden, erklärte Naderer. Dabei allein auf Planungsbeschleunigung und Schwächung von Beteiligungsrechten zu setzen, sei nicht zielführend und durch EU-Recht nicht gedeckt.

Nach Angaben des Nabu laufen derzeit neun Klagen gegen Windkraftprojekte, die beiden jüngsten wurden 2019 und 2021 eingereicht. In den Verfahren spiele das Interesse an der wirksamen Durchsetzung gesetzlicher Zugriffsverbote zum Schutz besonders geschützter Vogel- und Fledermausarten regelmäßig eine gewichtige Rolle, teilte der Nabu am Mittwoch ergänzend mit. „Grundsätzlich geht es uns bei den geführten Klagen um den Artenschutz.“ Geklagt werde nicht selten aufgrund von Fehlern im Planverfahren etwa bei fehlender oder mangelhafter Umweltverträglichkeitsprüfung.

(dpa)