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„Schließen Sie Fenster und Türen!“: Wetterdienst warnt vor Starkregen, Erdrutschen und Blitzschäden

„Schließen Sie Fenster und Türen!“ : Wetterdienst warnt vor Starkregen, Erdrutschen und Blitzschäden

Überflutete Straßen und Keller, Erdrutsche, Blitzschäden: Die Wetteraussichten verheißen für viele Regionen Deutschlands wenig Gutes. Tief „Bernd“ trägt bei zu einer heiklen Kombination.

In vielen Regionen Deutschlands drohen in den nächsten Tagen Unwetter mit heftigem Regen. Bereits Dienstagnachmittag galten Warnungen für mehrere Bundesländer im Westen und Süden Deutschlands, rund um die Eifel war sogar die höchste Unwetterwarnstufe wegen extrem ergiebigen Dauerregens ausgerufen. Die amtliche Unwetterwarnung gilt auch für die Kreise Euskirchen, Aachen, den Kreis Düren, Bonn, den Rhein-Erft-Kreis sowie für Teile Kölns und des Rhein-Sieg-Kreises.

Für die Teile von Nordrhein-Westfalen warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vor Starkregen und Gewittern. Zu rechnen sei mit der Überflutung von Kellern und Straßen, mit Hochwasser in Bächen und Flüssen, mit Erdrutschen und örtlich auch mit Blitzschäden. Die Meteorologen rieten: „Schließen Sie alle Fenster und Türen!“

„Tiefdruckgebiete in Verbindung mit warmer und sehr feuchter Luft – das bedeutet im Sommer oft nichts Gutes“, erläuterte DWD-Meteorologe Felix Dietzsch. „Eine solche Wetterlage führt in der Regel zu anhaltenden und kräftigen Niederschlägen, die früher oder später das eine oder andere Fass zum Überlaufen bringen. So verhält es sich auch heute und in den kommenden Tagen“, erklärte er.

„Bernd“ hat viel Regen im Gepäck

Über Deutschland liege derzeit Tief „Bernd“, das sich im Laufe des Dienstags vor allem über der östlichen Hälfte Deutschlands verstärken sollte. Vom Nachmittag an entwickelten sich dann vor allem über Bayern und Thüringen schwere Gewitter. „Diese formieren sich im Laufe des Abends allmählich zu einem linienförmigen Komplex und können heftigen Starkregen, Sturm- bzw. Orkanböen und großen Hagel bringen“, berichtete Dietzsch.

Im äußeren Westen und Südwesten seien bereits seit Montagabend Starkregengebiete unterwegs. Mit der Verlagerung von „Bernd“ zögen weitere Starkregengebiete vor allem in Richtung Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und sorgten dort bis in den Donnerstag hinein für anhaltend hohe Niederschlagsmengen. „Dort fallen verbreitet unwetterartige Mengen von über 60 Liter pro Quadratmeter. Die höchsten Mengen werden voraussichtlich im Umfeld der Eifel fallen. Hier sind verbreiteter über 80 Liter zu erwarten“, erläuterte DWD-Meteorologe Dietzsch. Stellenweise und eng begrenzt könnten sogar bis knapp 200 Liter innerhalb von 48 Stunden herunterkommen. Zum Vergleich: Zwischen 1961 und 1990 fielen in Nordrhein-Westfalen im gesamten Juli im Schnitt 82 Liter Regen pro Quadratmeter.

Allzu große Hoffnung auf Besserung machte Dietzsch nicht: „Kräftiger Regen und Gewitter werden uns wohl noch bis mindestens Freitag begleiten. Erst zum Wochenende zeichnet sich von Nordwesten her eine zunehmende Wetterberuhigung ab. Dann wird es verbreitet freundlich bei angenehmen Sommertemperaturen um 25 bis 28 Grad.“

Am Rhein in Köln haben kräftige Regenfälle den Wasserstand bereits deutlich steigen lassen. Im Stadtteil Deutz schwappte das Wasser auf die Uferpromenade. Der Pegelstand lag in Köln am Dienstagmittag bei 5,39 Metern – mit langsam steigender Tendenz, wie die Stadtentwässerungsbetriebe mitteilten.

 In Köln sind die Pegel schon angestiegen: Der Rhein überflutet die Promenade
In Köln sind die Pegel schon angestiegen: Der Rhein überflutet die Promenade Foto: dpa/Oliver Berg

Von der sogenannten Hochwassermarke I (6,20 Meter) lag der Wasserstand damit aber noch ein Stück entfernt. Ab dieser Marke gelten erste Einschränkungen für den Schiffsverkehr. Die automatisch erstellte Zehn-Tages-Vorhersage der Wasserstraßenverwaltung des Bundes (WSV) rechnete mit der Überschreitung der Hochwassermarke I am Donnerstag oder Freitag.

(dpa)