Aachen: Wer sich engagiert, darf ruhig auch mal darüber reden

Aachen: Wer sich engagiert, darf ruhig auch mal darüber reden

Spenden für Vereine und Organisationen, Umweltbewusstsein, soziale oder gesundheitsfördernde Angebote für die Mitarbeiter: Für viele Unternehmen in der Region, auch kleine und mittelständische, gehört das zur Selbstverständlichkeit.

Doch wie lässt sich solches Handeln — neudeutsch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt — so strukturieren, dass es nicht nur der Gesellschaft, sondern auch dem Unternehmen selbst einen Mehrwert bringt? Dieser Frage hat sich seit 2012 ganz praktisch ein Projekt gewidmet, das — gefördert mit Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds — von den Vereinigten Unternehmerverbänden Aachen (VUV) gemeinsam mit zwei Partnern (ac.consult und ermdesign) auf die Schiene gesetzt wurde.

Nach zwei Jahren Laufzeit lautet ein Fazit: Wer sich als Arbeitgeber sozial engagiert, darf auch ruhig mal darüber reden. Und: Obwohl CSR nicht gesetzlich festgeschrieben, gibt es auch in der Region viele Unternehmen, die sich gerne und aus eigenem Antrieb so engagieren. „Und das ja auch mal ein Signal“, stellte VUV-Hauptgeschäftsführer Ralf Bruns am Montag fest.

Auf drei Feldern lief das Projekt: Zunächst galt es, das CSR-Konzept in der Region bekannt zu machen und als „In-Thema“ zu etablieren. 17 Unternehmen unterzogen sich dann einem CSR-Check, in dem der Ist-Zustand ermittelt wurde — unter Beteiligung aller Mitarbeiter. Aus dieser niedrigschwelligen Beratung ergaben sich passgenaue Empfehlungen, wie das Thema fortgeführt werden kann. Neun Unternehmen gingen schließlich noch einen Schritt weiter und ließen sich beraten, wie man CSR ganz konkret in die Unternehmensführung integrieren kann. Denn genau daran mangelt es oft, wie Brigitte Erm von ermdesign und André Schülke von ac.consult feststellten: an einer längerfristigen und damit strategischen Koordination der CSR-Aktivitäten — nicht zuletzt ausgerichtet am eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens.

Michael Mahr ist nicht nur VUV-Vorstandsvorsitzender, sondern hat als Aachener Unternehmer auch teilgenommen an dem Projekt. Seine Erfahrung: „Das Projekt hat unser soziales Engagement nach innen und außen sichtbar gemacht. Das stärkt die Identifikation der Mitarbeiter und gibt uns die Möglichkeit, uns als sozial engagierten Arbeitgeber zu präsentieren.“ Im Ringen um die besten Fachkräfte kann das ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein. Dem Resümee von VUV-Hauptgeschäftsführer Bruns konnte er vor diesem Hintergrund nur beipflichten: „CSR kennt viele Gewinner.“

Auch wenn das öffentlich geförderte Projekt nun ausgelaufen ist, bedeutet das nicht das Ende. Die beteiligten Unternehmen haben ein Netzwerk gebildet, das einen regen Erfahrungsaustausch pflegt. Wer dabei noch mitmachen will, ist selbstverständlich willkommen, betonte Stefan Versinger, der zuständige Projektleiter bei den VUV.

(hjd)