Aachen: Weniger rechte Straftaten in der Region

Aachen : Weniger rechte Straftaten in der Region

Ein NRW-Landestrend lässt sich auch in unserer Region ablesen: Die Zahl der rechtsextrem motivierten Straftaten ist im Jahr 2017 gegenüber 2016 zurück gegangen — wobei Gewalt und Körperverletzungen weiterhin auf hohem Niveau sind. Allerdings ist der Rückgang der Straftaten nur auf einen solchen im Kreis Düren und in der Städteregion Aachen zurückzuführen, wie unsere interaktive Grafik zeigt.

Im Kreis Düren sank die Zahl der Taten von 54 (2016) auf 36 (2017) stark, in der Städteregion von 148 (2016) auf 128 (2017). Im Kreis Heinsberg stieg ihre Zahl entgegen dem Landestrend leicht an (2016: 67, 2017: 69).

Überwiegend handelt es sich bei solchen Taten um Propaganda, Volksverhetzung oder Sachbeschädigung. Hatte es in der gesamten Region 2015/2016 noch jeweils 13 rechte Körperverletzungsdelikte gegeben, sank die Zahl 2017 auf 10 (Städteregion: 8, Düren: 2). Die unserer Zeitung vorliegenden Zahlen stammen aus Antworten der Landesregierung auf Anfragen der Grünen-Landtagsfraktion. Registriert werden jedoch nur Straftaten, die angezeigt oder durch die Behörden selbst festgestellt werden.

Die Zahl der rechten Straftaten in Aachen-Stadt scheint seit Jahren hoch, jedoch resultiert daraus ein zum Teil falsches Bild. Aachen hat rund 250 000 Einwohner, die 73 rechten Straftaten im vergangenen Jahr sind in Relation zu den Einwohnern weniger als die 22 in Hückelhoven mit seinen knapp 40 000 Einwohnern. Dort kommt es immer wieder zu rechtsmotivierten Sachbeschädigungen und Propagandadelikten. Menschen aus dem Umfeld der 2012 verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) treten hier besonders radikal in Erscheinung. In Relation zur Einwohnerzahl kommt es auch in Wassenberg seit Jahren zu übermäßig vielen rechten Taten (siehe Kartengrafik).

Warum kommt es in anderen Kommunen nur sporadisch zu Ausreißern? Im Jahre 2012 war etwa in Alsdorf eine Neonazigruppe besonders aktiv, die Straftaten schnellten in die Höhe. 2013 kam es in Aldenhoven zu massiven rechten Delikten. Nachdem die Polizei einen Verdächtigen auf frischer Tat gestellt hatte, sank deren Zahl fast auf Null. Die zeitweise radikale Szene in Jülich (2012/2014) sah sich erhöhtem Druck durch Ermittler oder Verfahren ausgesetzt.

Zahlen über linksextremistisch motivierte Straftaten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2017 liegen derzeit noch nicht vor.