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Schulministerin Yvonne Gebauer: Weitere Schüler kehren bald in Klassen zurück

Schulministerin Yvonne Gebauer : Weitere Schüler kehren bald in Klassen zurück

Auch in NRW sollen in der nächsten Woche weitere Schüler in die Klassenräume zurückkehren. Ein regulärer Schulbetrieb ist aber deutschlandweit nicht in Sicht, sagen die Länder in der Kultusministerkonferenz.

In Nordrhein-Westfalen steht laut Schulministerium die Rückkehr weiterer Schüler in die Klassenräume an. Ab dem 7. Mai könnten Viertklässler und Schüler, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen wollen, als nächste Jahrgänge nach wochenlanger Pause zum Präsenzunterricht kommen, kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag an. Zuvor hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) ein Rahmenkonzept zur weiteren Schulöffnung in der Corona-Krise beschlossen.

Auch gemäß diesem KMK-Beschluss sei eine weitere Öffnung in der kommenden Woche möglich. Ab 4. Mai 2020 soll Gebauer zufolge die Wiederaufnahme des Schulbetriebs vorbereitet werden. Damit sei Schulen und Schulleitungen ausreichend Vorlauf gegeben, um frühestens ab 7. Mai die Viertklässler und Abschlussjahrgänge für 2021 dann in die Klassen kommen zu lassen. Auch Kommunen und Gemeinden als Schulträger hätten damit weitere Tage Zeit, um die Schulen unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes vorzubereiten. „Über die konkrete Ausgestaltung weiterer Schritte finden noch in dieser Woche Abstimmungsgespräche mit betroffenen Akteuren aus dem Bildungsbereich statt.“

Alle KMK-Vorgaben wie Hygieneschutzmaßnahmen, räumliche Trennung, Schülerbeförderung oder Abstandsregelungen werden in NRW laut Ministerin bereits eingehalten. Der Schulbetrieb sei am vergangenen Donnerstag für die erste Gruppe „ohne größere Probleme angelaufen“. Der Beschluss der Kultusminister räume den Schulen eine Übergangszeit ein, um das Angebot sorgfältig weiter aufbauen zu können. Es wird demnach bis auf weiteres bei einem Mix aus Präsenzunterricht und Lernen daheim bleiben.

Vorsichtige Rückkehr

Die Länderminister wollen alle Schüler aber möglichst bis vor Beginn der Sommerferien zumindest tage- oder wochenweise wieder in die Schulen zurückkehren lassen. Dabei setzen sie auf eine vorsichtige Rückkehr in verkleinerten Lerngruppen, strengen Hygienevorgaben oder zeitliche Abstufung. Eine Maskenpflicht ist nicht vorgesehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten über das KMK-Konzept am kommenden Donnerstag.

Auf feste Zeitpläne, welche Jahrgänge wann wieder in die Schulen kommen sollen, verzichten die Minister in ihrer Vorlage. Nur das Datum 4. Mai ist aufgeführt. Die Bundesländer sollen je nach Gegebenheiten vor Ort und nach Infektionsgeschehen entscheiden, wie sie weiter hochfahren.

NRW-Städtetag, Städte- und Gemeindebund sowie der Landkreis NRW forderten vom Land ausreichend Zeit für die weiteren Vorbereitungen. Wegen der Abstandsregelung von mindestens 1,50 Metern passe nur ein Bruchteil der Kinder in die Klassenräume. „Bis heute wissen wir nicht, wie eine zeitliche Staffelung des Unterrichts aussehen soll.“

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in NRW sprach von einer Mammutaufgabe. Das sei „nur gemeinsam, in enger Absprache und mit vielen individuellen Lösungen denkbar“, betonte Stefan Behlau, Landeschef der Bildungsgewerkschaft. „Standortspezifische und sehr kreative Wege werden nötig sein, denn die Schulen sind völlig unterschiedlich ausgestattet.“ Sicherheit und Schutz müsse weiter Vorrang haben. Der Deutsche Lehrerverband bemängelte, dass keine Maskenpflicht beschlossen wurde.

Die Landeselternschaft der Gymnasien kritisierte, dass noch viele Fragen offen seien. Etwa, ob in NRW ein Schichtbetrieb eingeführt werde. Auch bleibe unklar, wie Kinder ohne Smartphones, Tablets oder PC am Online-Unterricht teilnehmen sollten.

In NRW waren die ersten Schüler am vergangenen Donnerstag zurückgekehrt, zunächst nur Abschlussklassen vor anstehenden Prüfungen. Dabei gab es auch Rückschläge: So musste ein Gymnasium nach zwei Tagen Schulbetrieb schon wieder schließen. Die Mutter eines Schülers war positiv auf das Coronavirus getestet worden.

(dpa)