Weihnachtscircus in Aachen startet im Dezember

„Schöne Bescherung“ : Weihnachtscircus startet im Dezember

„Schöne Bescherung“: Der Aachener Weihnachtscircus startet mit einem neuen Programm am 21. Dezember auf dem Bendplatz. Vor dem Aachener Rathaus gab es nun einen ersten Vorgeschmack.

Der erste Weihnachtsengel ist bereits gelandet – allerdings auf einer Laterne vor dem Aachener Rathaus, und weil gerade keine Poolstange zur Verfügung steht, hakt sich dort auch Artist Andreas Bartl am Mast ein und geht in die Waagerechte, als ob das ganz selbstverständlich und gemütlich ist.

Er und „Engel“ Lisa Rinne, die normalerweise ohne Flügel in höchsten Höhen am Schwungtrapez herumwirbelt, sind die artistischen Botschafter für den Aachener Weihnachtscircus, der zum dritten Mal auf dem Bendplatz gastieren wird – diesmal mit dem weit gespannten Motto „Schöne Bescherung“. Am 21. Dezember ist die Premiere, täglich zwei Vorstellungen gibt es bis 6. Januar. Der Vorverkauf hat begonnen.

Ein roter Faden

Das Zirkus-Klischee bedienen die beiden überhaupt nicht: Sie kommen nicht aus Artistenfamilien, haben aber ein abgeschlossenes Kunsthochschulstudium und inzwischen den Bachelor im Fach „Zirkus“. Für das Zelt auf dem Bendplatz wird Regisseur Thomas Bruchhäuser die Verteilung der „Geschenke“ vorbereiten, nachdem er bereits an der Zusammenstellung des Zweieinhalb-Stunden-Programms beteiligt war. „Es wird einen roten Faden geben, aber kein starres Motto wie im letzten Jahr, als wir Irland hatten“, meint er. Es gilt, Artisten aus 25 Ländern auf eine gemeinsame Show einzuschwören. „Bei nur sechs gemeinsamen Probentagen eine Herausforderung“, betont er. Aber er arbeitet schließlich mit Profis.

Was erwartet die Besucher? Menschen, die fliegen, singen, tanzen, balancieren, an der Decke laufen können. „Wir schauen uns bei den Zirkusfestivals dieser Welt um, wenn wir Neues suchen“, versichert Pressesprecherin Meike Schütte. Dort fiel auch Mario Berousek auf, der sich „schnellster Jongleur der Welt“ nennen darf und vom diesjährigen Internationalen Cicus Festival Monte Carlo einen „Bronze Clown“ mitgebracht hat. Häufig haben es dem Planungsteam jene angetan, die mit ihrer Kunst zugleich eine Geschichte erzählen. „En Route“ nennt zum Beispiel Andreas Bartl seine Nummer am „Chinesischen Mast“, wie die Stange offiziell heißt. „Mit neuen Beschichtungen können wir daran viel besser arbeiten als die chinesischen Erfinder dieser Artistik“, versichert er. „Ich möchte aus meinem Leben erzählen, mit Hochs und Tiefs.“ Eine alte und immer wieder neue Kunst ist der „Pyramidenbau“. Auf dem Hochseil werden die sieben Mesa Brothers aus Kolumbien zeigen, was man ohne Netz und doppelten Boden dort tun kann – Menschen stapeln zum Beispiel.

Andere wieder verlassen sich auf Haare und Zähne. „Das Duo Nigretai haben wir in der TV-Sendung ,Das Supertalent’ entdeckt“, erzählt Meike Schütte.Wenn Kaue Andryh nur mit den Zähnen seine Partnerin Jessica Alexandre am Haarzopf festhält, hoch oben in der Kuppel des Zeltes, halten alle den Atem an. Nervenkitzel und entspannte Unterhaltung, so die Organisatoren, sollen rundum zu einem guten Zirkusgefühl führen. So werden Papageien durch das Zelt flattern und später ein Schwätzchen mit ihrem Tiertrainer Alessio aus Venedig oder sogar mit den Gästen in der Manege halten. „Ein Klassiker der Varietékunst, das war lange nicht zu sehen“, verspricht Bruchhäuser.

Selten in einem Zirkus zu sehen: Sandmalerei. Die Kunst, mit fein rieselndem Material Bilder zu erschaffen, hat Svetlana aus Kiew perfektioniert. Sie wird auf einem Glaskasten „malen“. Ihre Bildgeschichten werden auf eine Leinwand projiziert, bevor sie wieder verschwinden. Damit alles klappt, steht ein großes Team bereit. „Wir haben allein acht Requisiteure“, berichtet Bruchhäuser, „Und es gibt einen Runner. Er muss schnell Sachen besorgen, die fehlen, da kommt es oft auf Kleinigkeiten an“.

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