Aachen: Weihnachtscircus auf dem Aachener Bendplatz mit den Clown-Brüdern Fumagalli & Daris

Aachen: Weihnachtscircus auf dem Aachener Bendplatz mit den Clown-Brüdern Fumagalli & Daris

Sie sind Brüder, sie sind genussfreudige Italiener, und Deutschland ist ihnen manchmal viel zu kalt: Gianni und Daris Huesca, 60 und 65 Jahre alt, leben Zirkusgeschichte: Wenn Gianni als Fumagalli, gefeierter Clown mit kindlichem Staunen im Gesicht und drei straff-stachelig nach oben gekämmten Haarbüscheln, zusammen mit Daris, dem Gentleman in Zirkus-Livree, die Arena betritt, wird es lustig, skurril, mal ein bisschen polternd, dann wieder melancholisch.

Der Weihnachtscircus, der in Aachen vom 22. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 gastiert, hat mit den beiden zwei Weltstars im Gepäck. In einer einfachen Plastiktüte steckt die höchste Auszeichnung, die das Zirkusfestival von Monte Carlo zu vergeben hat: der Goldene Clown, den die beiden 2016 erhielten. Bereits 2001 gab es den Clown in Silber. Sie sind die einzigen Künstler, die beide errungen haben.

Beim Weihnachtscircus in Aachen werden die Komiker eine bunte internationale Truppe begleiten. Riverdance, Guinness Bier, Rock und Christmas Plum Pudding inklusive. Das Thema Irland bringt frisches Grün unter das Zirkusdach, aber auch Künstler aus aller Welt. Regie führt Marco Biasini. Alle haben sie den Zirkus im Blut, wie die beiden Daris-Brüder betonen, die allerdings das warme Italien der feuchten Insel Irland vorziehen. Das ist eben ihre Heimat.

Was sorgt für Lacher, wie kann man die Menschen vom Zirkus begeistern? Gianni ist nachdenklich. „Es ist immer wieder eine Herausforderung, eine Nummer zu entwickeln“, sagt er. „Wir denken oft, es ist sehr lustig — aber dann lacht niemand.“

Beide haben viele Jahrzehnte lang Erfahrungen in der Manege in unmittelbarem Kontakt zum Publikum, aber zugleich mit dem Fernsehen, wo witzige Szenen nur ganz kurz sein dürfen. In der Sendung „Le plus grand Cabaret du Monde“ waren Fumagalli & Daris Stammgäste.

Ein Zirkus für die ganze Familie

Der Weihnachtscircus soll ein Zirkus für die ganze Familie sein — ohne Tierdressuren, dafür aber mit artistischen Glanzleistungen, wie sie die Russen Alyona Pavlova am Luftring, das Trio Credo aus Moskau am Barren und das Duo Gravity aus Irland an den Strapaten versprechen. Zwei andere Iren — Tom und Jamie Duffy — treiben ein risikoreiches Spiel mit dem „Wheel of Death“, dem Todesrad. Ein Einradfahrer wird eine etwa vier Meter hohe Stange auf seinem Kopf balancieren, während hoch oben seine Partnerin auf einem Ring kopfüber balanciert. Schottenrock und glitzernde Trikots werden sich abwechseln, und die beiden Clowns sorgen wie Gastgeber für den roten Faden durch die Show im Zelt auf dem Bendplatz, das für 1250 Zuschauer Platz hat.

Das Gastspiel ist für die Brüder ein Wiedersehen mit Aachen, wo sie bereits 1997 im Zirkus Roncalli auftraten. „Eine schöne Erinnerung“, schwärmen beide. Gianni definiert die Arbeit als Clown als eine sehr ernste: „Ein Komiker muss die Leute zum Lachen bringen“, sagt er. „Aber das ist heute viel schwerer als vor 40 Jahren.“

Die Traditionsnummer „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“, bei der dem ahnungslosen Partner Wasser ins Gesicht gepustet wird, können er und sein Bruder inzwischen in sehr vielen Sprachen — darunter Chinesisch. „Die Leute denken immer, wir haben irgendwo am Körper einen Schlauch versteckt, weil wir so lange Wasser spucken können“, lacht Daris. „Aber das ist einfach nur Übung.“ Die beiden Clowns freuen sich auf die gemeinsame Zeit in Aachen.