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Aachen: Was soll ich denn bloß werden?

Aachen : Was soll ich denn bloß werden?

Es gibt Menschen, die schon in der Grundschule wissen, was sie werden wollen - und darauf hinarbeiten. Meistens machen sie dabei auch noch alles richtig: ideale Fächerkombination, in den Ferien stets ein Praktikum, richtige Ausbildung und dann noch ein Studium - mit Mitte 20 sind sie Junior-Irgendwas und rundum glücklich. Man kann sie ein bisschen beneiden.

Aber wer sich zwischen der festen Überzeugung, später mal als Astronaut die Welt zu retten, und dem letzten Schultag 100-mal dieselbe Was-soll-bloß-aus-mir-werden-Frage gestellt hat, macht im Grunde auch alles richtig. Schließlich steht eine Lebensentscheidung an. Und wer hat darin mit 18 schon Übung?

Laut Bundesfamilienministerium arbeiten die wenigsten Menschen als Erwachsene in dem Beruf, von dem sie als Kind geträumt haben. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Fußballprofi, Rennfahrer und Lokführer, Schauspielerin, Krankenschwester und Fotomodel. Irgendwann aber kommt die Wirklichkeit - und macht einen Strich durch die Rechnung.

Später wollen dann offenbar alle das gleiche machen: Seit Jahren sind bei jungen Frauen Betriebswirtschaftslehre, Germanistik, Jura und Medizin die vier beliebtesten Studienfächer; männliche Studenten entscheiden sich für Betriebswirtschaftslehre, Informatik, Maschinenbau oder Jura. Bei den Lehrberufen verteilen sich ein Drittel aller Auszubildenden auf zehn Berufe. Dabei ist es angesichts der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt schlauer, sich nach Jobs umzusehen, bei denen nicht noch 200 andere Bewerber um eine rare Stelle kämpfen.

Aber woher soll das Wissen rühren, Ergotherapeut oder Europasekretärin werden zu können, als Bachelor in Musikbusiness abzuschließen oder eventuell als Sinologe auf den Märkten in China durchzustarten? Die Antwort: Lesen, umschauen, neugierig sein.

Eine Liste mit zehn Berufen machen, die einen interessieren. Ins örtliche Berufsinformationszentrum (BIZ) der Bundesagentur für Arbeit gehen und dort recherchieren. Jedes BIZ verfügt über Mappen mit Info-Materialien und kostenlose Handbücher. Schon der Blick in den Ausbildungsführer Beruf aktuell kann von der vagen Vorstellung, „irgendwas mit Medien” machen zu wollen, zur Entscheidung für eine Ausbildung zum Film- und Videoeditor führen.

Doch selbst, wenn alle Talente und Voraussetzungen für den Wunschberuf da sind: Plan B schadet nie. So schnell sich die Welt verändert und der Arbeitsmarkt globalisiert, so plötzlich kann auch ein Berufsfeld ein ganz anderes Profil bekommen. Sicher scheint derzeit nur, dass in den nächsten 40 Jahren Studium und Hochschulabschluss für die Berufsqualifikation immer wichtiger werden. Wer aber hätte vor 20 Jahren schon damit gerechnet, dass es eines Tages Desktop-Publisher geben würde?