1. Region

Was das Coronavirus für die Krankenhäuser bedeutet

Aktuelle Zahlen aus der Region : So ist die Lage auf den Intensivstationen

Die Infektionszahlen steigen und damit auch die Sorge, dass das Gesundheitssystem schon bald überlastet sein könnte. Wie ist die Situation in den Krankenhäusern in der Region? Eine Übersicht.

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) betreibt seit März 2020 in enger Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) das sogenannte Intensivregister. Die digitale Plattform liefert einen Überblick über die Zahl intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Patienten und über die Behandlungskapazitäten von über 1200 Krankenhäusern in Deutschland. Mögliche Versorgungsengpässe können so erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Wie gut ist Deutschland aufgestellt?

In Deutschland gibt es nach DIVI-Angaben mindestens 27.703 betreibbare Intensivbetten. Diese Zahl setzt sich aus 15.376 Behandlungsplätzen mit einer einfachen Versorgungsstufe (Low Care) und 12.327 Plätzen mit einer hohen Versorgungsstufe (High Care) zusammen.

 Nur auf letzteren können Patienten invasiv beatmet werden. In besonders schweren Fällen kommen dort Geräte zur sogenannten extrakorporalen Membranoxygenierung zum Einsatz. Hierbei übernimmt eine künstliche Hightech-Lunge teilweise oder vollständig die Atmung des Erkrankten. Von diesen Geräten gibt es deutschlandweit 769. Zusätzlich gibt es eine Notfallreserve: Innerhalb einer Woche können weitere 11.962 Intensivbetten betrieben werden.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der gemeldeten Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland:

Wie ist die Situation in den Krankenhäusern in der Region?

In den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen gibt es nach DIVI-Angaben insgesamt 6564 betreibbare Intensivbetten. Unsere Tabelle zeigt, wie viele dieser Betten derzeit belegt sind und wie viele Corona-Patienten im bevölkerungsreichsten Bundesland aktuell intensivmedizinisch behandelt werden:

Die Entwicklung der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Nordrhein-Westfalen gestaltet sich wie folgt:

Wie aus den Daten des Intensivregisters hervorgeht, verfügen die Krankenhäuser in der Städteregion Aachen über 296, die Krankenhäuser im Kreis Düren über 68 und die Einrichtungen im Kreis Heinsberg über 36 betreibbare Intensivbetten. Wie stark diese Plätze aktuell beansprucht werden und wie viele an Covid-19 erkrankte Menschen stationär behandelt werden, zeigt unsere Tabelle:

Die meldenden Fachärzte der zugelassenen Krankenhäuser übermitteln nicht nur Daten zur Auslastung ihrer Betten, sondern liefern zusätzlich Informationen zur Personalsituation und zur Arbeitsauslastung. Neben der quantitativen Erfassung gibt es damit auch eine qualitative Einschätzung zur Verfügbarkeit von Behandlungskapazitäten. Zur Auswahl stehen den Meldenden die Angaben „verfügbar“, „begrenzt“, „ausgelastet“ und „keine Angabe“.

Das ist die aktuelle Situation in den Krankenhäusern in der Region:

Wie funktioniert die Datenerfassung?

Seit dem 16. April 2020 sind alle zugelassenen Krankenhäuser in Deutschland, die intensivmedizinische Behandlungskapazitäten vorhalten, per Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit dazu verpflichtet, täglich bis 12 Uhr Daten über Kapazitäten, Auslastung und – ohne personenbezogene Angaben – über die Art der Versorgung von Covid-19-Patienten zu berichten. Bis zum 2. Juni 2020 mussten die Zahlen bis 9 Uhr vorliegen. Alle erhobenen Werte müssen dabei von für den jeweiligen Meldebereich zuständigen Ärzten übermittelt werden.

 (Datenstand: 26. November, 14 Uhr)