Warnstreiks in Aachen, Düren und Heinsberg: Das müssen Sie wissen

Aachen/Düren/Heinsberg : Die Warnstreiks in der Region: Keine Busse, keine Kitas, keine Müllabfuhr

Der Mittwoch stand in der Region ganz im Zeichen des Warnstreiks im öffentlichen Dienst. So fuhren etwa die Busse der Aseag in der Städteregion Aachen nicht, Kindergärten waren geschlossen oder boten nur eine Notbetreuung an und die Müllabfuhr kam vielerorts nicht. Auf vielen Straßen kam es zu Staus. Ein Überblick über die Streikaktionen in der Städteregion und den Kreisen Düren und Heinsberg.

Unsere Redaktionen berichteten ab Mittwochmorgen im Liveblog vom Streik aus den Städten und Gemeinden der Städteregion Aachen.

Städteregion Aachen

Aachen: Am Mittwochvormittag stand schließlich fest, dass von den 57 städtischen Kitas nur fünf öffnen würden. In neun weiteren wurde ein Notdienst eingerichtet.

Alle Busse der Aseag bleiben in ihren Depots. Die Busse von Vertragsunternehmen fuhren jedoch. Sofern keine Schulbusse verkehrten, stellte es die Stadt Aachen ins Ermessen der Eltern, ob sie ihre Kinder am Schulunterricht teilnehmen ließen. Wie am Vormittag bekannt wurde, erschienen aber nur wenige Kinder nicht in ihren Schulen.

Auf den Straßen der Stadt kam es zu Staus, unter anderem auf dem Alleenring. Die Demonstrationszüge der Gewerkschaften Verdi und Komba durch die Innenstadt waren rund 2000 und 300 Teilnehmern gut besucht.

Die Müllabfuhr wurde komplett bestreikt. Betroffen waren Teile der Innenstadt sowie Laurensberg und Richterich. Auch der Recyclinghof in der Eilendorfer Kellershaustraße ist geschlossen; vereinbarte Termine für den Sperrmüll fallen aus. Geschlossen waren auch die Schwimmbäder Ulla-Klinger- und Südhalle, die anderen waren mit verringertem Personal geöffnet.

Städteregion: Das Straßenverkehrsamt der Städteregion meldet deutliche Engpässe bei der Zulassung. Ab 15.30 Uhr wurden keine neuen Wartemarken mehr vergeben, da die Wartezeit zu dieser Zeit bereits über drei Stunden betrug.

Alsdorf: In Alsdorf schlossen zwei Gruppen in der Kita Florianstraße und fünf von sechs in der Kita Annapark. Aseag-Busfahrten fielen zum Teil aus, doch wenn Fahrer anderer Unternehmen am Steuer der Fahrzeuge saßen, fuhren sie zum Teil. Die Stadt musste ansonsten nur auf fünf Personen aus dem Bereich technische Dienste verzichten, so Marion Wingen.

Baesweiler: Auch dort fielen Aseag-Busfahrten aus, andere Busse fuhren. Mehrere Kitas wurden bestreikt, zum Teil wurde eine Notfallbetreuung angeboten. Ansonsten blieb es eher ruhig. „Die Verwaltung ist voll besetzt“, verkündete Bürgermeister-Referentin Birgit Kremer-Hodok.

Eschweiler: Mehrere Kitas wurden bestreikt, zum Teil gab es auch dort eine Notfallbetreuung. Ein Großteil der Busverbindungen fiel aus. Nur auf den von privaten Busunternehmen unterhaltenen Linien fuhren Busse. Das Rathaus der Stadt Eschweiler blieb ganztägig geschlossen.

Herzogenrath: Alle drei städtischen Kitas blieben geschlossen. Aseag-Busfahrten fielen aus, andere Busse fuhren zum Teil. Die Kernverwaltung der Stadt Herzogenrath blieb größtenteils verschont.

Monschau: Die Kitas blieben geöffnet. Auch im Rathaus ging alles seinen Gang. Da die Schnellbuslinien 63 und 66 ebenfalls von der BVR bedient werden, gab es dort keine Probleme erwartet. Der Netliner im Stadtgebiet Monschau fuhr.

Roetgen: Einige Kitas boten eine Notbetreuung an. Die Verwaltung war nicht betroffen. Auch die Ortsbuslinie 64 in Roetgen verkehrte.

Simmerath: Für Kita-Kinder wurde in Eicherscheid eine zentrale Notbetreuung angeboten. Die Verwaltung soll weiterhin funktionieren.

Stolberg: Die Aseag-Buslinien nach Aachen fielen aus, für alle anderen Verbindungen sind dagegen private Subunternehmer zuständig, die fuhren. Zu flächendecken Streiks in Kitas kam es nicht. Auch ansonsten blieb es ruhig in Stolberg. Durch die gute Anbindung an die Bahn gab es kein größeres Chaos auf den Straßen.

Würselen: Nur die Kita Heidegarten wurde geschlossen. Sämtliche Aseag-Busfahrten fielen aus, andere Busse fuhren zum Teil. In der Stadtverwaltung Würselen war die Lage zur Mittagszeit entspannt. „Der Streik ist relativ geräuschlos an uns vorüber gegangen“, berichtete Pressesprecher Bernd Schaffrath. Von den rund 400 Beschäftigten hätten ungefähr zwei Dutzend Mitarbeiter den Dienst nicht angetreten. Melde- oder Ordnungsamt hätten nur vereinzelt Ausfälle zu berichten gehabt.

Kreis Düren

Die Gewerkschaft Verdi rief bei kommunalen und Dienststellen des Bundes im Kreis zu Warnstreiks auf. Um 10 Uhr startete eine Kundgebung vor dem Krankenhaus Düren, dessen Betrieb aber nicht betroffen war. Vom Dürener Krankenhaus aus ging es in Richtung Innenstadt. Ziele dort waren die Kreisverwaltung, die Sparkasse und das Rathaus. An den Orten werden jeweils Statements verkündet, das Rathaus bildet den Abschluss.

Die vier städtischen Kindergärten blieben geschlossen, weitere Kitas wollten sich beteiligen. Die Dürener Kreisbahn war nicht vom Streik betroffen.

Kreis Heinsberg

Für Mittwoch wurden vorab keine Streikaktionen im Kreis Heinsberg bekannt. Bereits am Dienstag war in etlichen Heinsberger Kitas gestreikt worden, so dass nur Notbetrieb stattfinden konnte, die Kita Magdeburger Straße blieb geschlossen. Die Busse der West Verkehr GmbH blieben am Dienstag in ihren Depots.

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

(red)
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