Warnstreik am Dienstag in Awo-Kitas und anderen Einrichtungen

Schließungen im ganzen Land : Ganztägiger Warnstreik in Awo-Kitas und anderen Einrichtungen

In Kindergärten, Seniorenzentren und anderen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in NRW hat Verdi zu einem ganztägigen Warnstreik an diesem Dienstag aufgerufen. Die Gewerkschaft geht landesweit von etwa 1000 Teilnehmern aus.

„Mit Kita-Schließungen muss man im ganzen Land rechnen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer am Montag in Düsseldorf.

In Bochum und Herne werden laut Verdi-Gewerkschaftssekretärin Agnes Westerheide 25 der insgesamt 29 Awo-Kitas schließen. In den übrigen vier gebe es eine Notbetreuung. Auch Mitarbeiter in den von der Awo betriebenen Einrichtungen des Offenen Ganztags in der Region würden sich beteiligen. Ob deshalb ein Ganztag schließen müsse, sei aber offen. Die Eltern seien informiert, erklärte die Gewerkschaft.

Die Awo NRW beschäftigt nach eigenen Angaben landesweit 65 000 Menschen in rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 132 Seniorenzentren und 490 Offene Ganztagsbetreuungen. Mit dem eintägigen Warnstreik will die Gewerkschaft im schwelenden Tarifstreit den Forderungen Nachdruck verleihen. Streikteilnehmer sollen zu einer Verdi-Kundgebung nach Düsseldorf fahren. Hier ist an dem Tag die zweite Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern geplant.

In dem Tarifstreit will Verdi eine Angleichung der Löhne an das Lohnniveau im öffentlichen Dienst erreichen und fordert daher zehn Prozent mehr Lohn. Die Laufzeit soll 13 Monate betragen. Die Arbeitgeber haben in der ersten Runde insgesamt sieben Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten. In einem Brief an die Mitarbeiter bezeichnete die Geschäftsführung den angekündigten Warnstreik als „nicht verhältnismäßig“.

Zum Warnstreik aufgerufen sind die Verdi-Mitglieder in allen Awo-Einrichtungen. Neben Kitas und der Betreuung in Offenen Ganztagsschulen soll auch in Altenpflege-Einrichtungen, Sozialstationen, Beratungsstellen, ambulanten Pflegediensten, Verwaltungen und technischen Diensten gestreikt werden. Im Bereich der Pflege soll es bei Bedarf Notdienstregelungen geben.

(dpa)
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