Sterbende Bäume: Waldbesitzer wollen Nachbesserung für Kampf gegen Borkenkäfer

Sterbende Bäume : Waldbesitzer wollen Nachbesserung für Kampf gegen Borkenkäfer

Gefräßige Borkenkäfer sorgen in NRW für Millionenschäden vor allem an Fichtenbeständen. Das Land hat zusätzliche Fördergelder versprochen. Doch die Waldbesitzer fordern Nachbesserungen. Sie laden die Politik zu einem „Vor-Ort-Termin“ zu den sterbenden Bäumen.

Die privaten Waldbesitzer in Nordrhein-Westfalen fordern Nachbesserungen bei den Landeshilfen für ihren Kampf gegen den Borkenkäfer. Bisher bekämen Waldbauern nur Fördergelder, wenn sie Fremdbetriebe beauftragten, nicht bei Maßnahmen in eigener Regie und mit eigenen Mitarbeitern, sagte ein Sprecher des Waldbauernverbandes. „Hier gibt es noch Gesprächsbedarf“, sagte der Verbandsvorsitzende Philipp Freiherr Heereman der Deutschen Presse-Agentur.

Der Verband fordert finanzielle Unterstützung auch für diese sogenannten Eigenhilfen, also das Fällen und Abtransportieren von befallenen Bäumen mit eigenen Beschäftigten. Es sei nicht zu verstehen, dass in NRW - anders als in anderen Bundesländern - Eigenhilfen bisher nicht erstattet würden, sagte Heereman.

Der Verbandspräsident begrüßte ausdrücklich, dass NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) fünf Millionen Euro zusätzlich für die Waldbauern zugesagt habe. Das sei ein „wichtiger Schritt“ und zeige, dass die Landesregierung den Ernst der Lage erkannt habe, erklärte Heereman. Er lud die Landesregierung zu einer gemeinsamen „Betriebsbesichtigung“ im geschädigten Wald und gerne auch bei der Holz- und Sägeindustrie ein. Dabei könne er die Dringlichkeit der Lage verdeutlichen, sagte Heereman. „Es geht um die Zukunft eines ganzen, zudem noch klimaschonenden Wirtschaftsbereiches.“

Besonders Fichten betroffen

In den NRW-Wäldern sind vor allem Fichten stark betroffen. Aktuell sind laut Verband schon über zwei Millionen Festmeter Fichte befallen. Dabei gelten Fichten als wichtiger CO2-Senker, da sie besonders schnell wachsen. Die Fichtenholzpreise sind wegen des Überangebots am Markt in den Keller gefallen, was für Waldbesitzer erhebliche wirtschaftliche Lasten mit sich bringt.

„Wir können die finanziellen Verluste der Waldbesitzer nicht ausgleichen, aber viele Waldbesitzer sollen so in ihren Bemühungen um den Wald eine spürbare Hilfe bekommen“, hatte Heinen-Esser vergangene Woche erklärt und auf das neue Waldkonzept des Landes verwiesen. Damit sollen für die Zukunft artenreichere Wälder mit hohen Anteilen an heimischen Laubbäumen gefördert werden, die die Hitze besser aushalten. Das ist allerdings ein Projekt über mehrere Generationen.

Waldbesitzer sind aufgerufen, befallene Bäume möglichst schnell zu fällen, aus dem Wald zu holen und so die Vermehrung der Käfer einzudämmen. Die Waldeigentümer hatten ursprünglich 16,5 Millionen Euro Landeshilfe gefordert. Den landesweit 150.000 privaten Waldeigentümern gehören nach Angaben des Verbandes zusammen über 60 Prozent der Wälder in Nordrhein-Westfalen.

(dpa)
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