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Aachen: Waffen- und Drogenschmuggel: Bande verhaftet

Aachen : Waffen- und Drogenschmuggel: Bande verhaftet

Reihenweise Schusswaffen, darunter mehrere Maschinen- und Sturmgewehre, dazu Munition und Rohmaterial für die Drogenherstellung: Das Material, das die Ermittler in der Wohnung eines Pärchens in Aachen fanden, hatte es in sich.

Beide gehörten offenbar zu einer deutsch-kroatischen Waffen- und Drogenhändlerbande. Sie sind in Haft, wie die Aachener Staatsanwaltschaft am Montag bekanntgab.

In Deutschland konnte die Bande ihren Geschäften weitgehend ungehindert nachgehen. Der Hinweis, dass der 45 Jahre alte Mann und seine gleichaltrige Lebensgefährtin von Aachen aus mit Waffen handeln, kam von der kroatischen Polizei.

Die Aachener Polizei nahm die Ermittlungen auf, besorgte sich beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbefehl und fand in der gemeinsamen Wohnung des Paares entsprechende Beweise. Als die Durchsuchung beendet war, hatte die Polizei ungewöhnliche viele Waffen gefunden, wie die Aachener Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte.

In Kroatien liefen die Ermittlungen gegen die Bande schon länger, deren Chef der 45-Jährige sein soll, der in Aachen lebte, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die meisten Bandenmitglieder seien Kroaten, der Chef besitze die serbische und die kroatische Staatsangehörigkeit. Er und seine Lebensgefährtin sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft, ebenso wie vier weitere Bandenmitglieder, die in Kroatien verhaftet worden waren. Drei Monate lang hielten die Ermittler ihren Fund aus dem Juni geheim, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden.

Bei der Hausdurchsuchung hatte die Polizei eine Pumpgun, zwei Maschinenpistolen, zwei Kalaschnikows, zwei vollautomatische und drei halbautomatische Pistolen gefunden, außerdem elf Waffenmagazine, vier Schalldämpfer und 1233 Schuss scharfe Munition. Neben den Waffen, die zum Teil als Kriegswaffen eingestuft werden, wurden außerdem drei Liter Amphetaminöl sichergestellt, das laut Staatsanwaltschaft einen Marktwert von 50.000 Euro besitzt. Es dient dazu, synthetische Drogen wie zum Beispiel Ecstasy oder Speed konsumierbar zu machen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Bande auch mit Drogen gehandelt hat. Ermittelt wird deswegen hauptsächlich wegen bandenmäßigen Drogenhandels. Mindeststrafe: fünf Jahre Haft.

Im Moment ist noch nicht klar, wo die sechs verhafteten Mitglieder der Bande vor Gericht gestellt werden. Denkbar ist, dass die beiden in Aachen Verhafteten an Kroatien ausgeliefert werden und gemeinsam mit den vier in Kroatien Verhafteten der kroatischen Justiz überantwortet werden.