Mönchengladbach: Vorzeitiges Urteil im Prozess gegen Ex-Chefarzt Pier?

Mönchengladbach: Vorzeitiges Urteil im Prozess gegen Ex-Chefarzt Pier?

Überraschende Entwicklung im Prozess gegen den Wegberger Ex-Chefarzt Arnold Pier: Nach 30 Verhandlungstagen und knapp anderthalb Jahren Dauer zeichnet sich ein vorzeitiges Urteil vor dem Landgericht Mönchengladbach ab.

Dessen Sprecher Joachim Banke kündigte am Montag beim nächsten Verhandlungstermin am Donnerstag „eine Zwischenbilanz des bisherigen Verfahrens” an. Die Schwurgerichtskammer werde „rechtliche Hinweise erteilen und einen Vorschlag für eine Verständigung” unterbreiten. Auf dessen Grundlage könnte „das Verfahren bei Zustimmung aller Verfahrensbeteiligten in absehbarer Zeit abgeschlossen” werden.

Positiv reagierte Piers Verteidigung auf den Vorstoß des Landgerichtes. „Wir würden einen Vorschlag zur Beendigung des Prozesses begrüßen und versprechen uns von einer Fortführung auch keine wesentlichen neuen Erkenntnisse”, sagte Rechtsanwalt Thomas Verheyen (Übach-Palenberg) unserer Zeitung.

Ferner verwies er auf das noch zu erwartende Zeitfenster: „Mit anderthalb Jahren müsste man rechnen.” Immerhin wurden erst sieben der 19 Anklagepunkte mit Strafvorwürfen von gefährlicher Körperverletzung bis fahrlässiger Tötung verhandelt.

Reservierter reagierte die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft. „Wir werden uns den Vorschlag des Gerichtes anhören und uns dann in der Hauptverhandlung dazu äußern”, so Oberstaatsanwalt Heinz-Jürgen Vitz. Eine Bewertung des gerichtlichen Vorstoßes mochte er nicht geben.

Beim derzeitigen Stand des Verfahrens, so meinen Insider, müsste Pier mit rund drei bis vier Jahren Haft rechnen.

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