Wegen des Buchsbaumzünslers: Vor Palmsonntag werden die Buchsbaumzweige knapp

Wegen des Buchsbaumzünslers : Vor Palmsonntag werden die Buchsbaumzweige knapp

Gartenbesitzer ärgern sich vielerorts schon seit Jahren, nun macht der Buchsbaumzünsler auch der katholischen Kirche zu schaffen: Zu Palmsonntag wird es vielerorts nicht ausreichend Buchsbaumzweige geben, da immer mehr Buchsbäume der asiatischen Raupe zum Opfer fallen.

Biologisch gilt der Buchsbaum inzwischen als hoffnungsloser Fall. „Er ist deutschlandweit nicht mehr zu retten“, sagt zum Beispiel Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Baumschulen hätten ihn bereits aus dem Sortiment genommen, er hat keine Zukunft mehr in unseren Breiten. Dafür sorgt vor allem der Buchsbaum-Feind, der auf den lateinischen Namen „Cydalima perspectalis“ hört. Der durchaus gemeine Buchsbaumzünsler befällt die Bäume und kann sie vollständig zerstören. Der eingewanderte Schädling hat ganze Arbeit in den letzten etwa zehn Jahren geleistet, seitdem er erstmals registriert wurde. Der Buchsbaum wird nicht nur vom Zünsler, sondern auch noch von einem aggressiven Pilz bedroht. Häufig fällt der Befall erst auf, wenn der Baum nicht mehr zu retten ist.

Der Buchsbaum verschwindet, und damit droht am Palmsonntag auch in der katholischen Kirche mancherorts der Engpass. An diesem Sonntag vor Ostern erinnert die Glaubensgemeinschaft an den Einzug Jesu in Jerusalem, als die Menschen ihm damals Palmzweige auf seinen Weg streuten. Seitdem werden Palmzweige in der Kirche zu Beginn der Karwoche verteilt. Die Gläubigen nehmen die geweihten Zweige mit nach Hause und stecken sie hinter Kreuze. Sie sollen vor Blitz- und Hagelschlag, Missernte und Seuchen schützen.

Aber 2000 Jahre später sind echte Palmen in Deutschland ein bisschen rar, so dass nur das Kölner Domkapitel bei seiner Palmprozession sie verwendet. Palmen werden bevorzugt durch den Buchsbaum ersetzt, der gerade eine existenzielle Krise durchmacht. Ein paar katholische Gemeinden haben bereits auf die Lieferprobleme hingewiesen. Sie können erstmals die Palmzweige nicht selbst stellen. Die St. Maximim-Gemeinde in Wülfrath hat davon im Pfarrbrief berichtet, auch Kirchen in Hamm und Emmerich haben ihre Mitglieder gebeten, selbst „gesunde“ Zweige für die Segnung mitzubringen.

Große Probleme im Bistum Aachen

Im Bistum Aachen, so sagt es deren Sprecher Stefan Wieland, macht sich die Buchsbaum-Mangel deutlich bemerkbar. „Es stellt uns vor große Probleme.“ Die sind aber in diesem Fall lösbar, weil der Buchsbaum nicht liturgisch als Palmersatz festgelegt ist. Auch Alternativen wie die Eibe, die japanische Stechpalme oder Wacholder, Thuja oder Oliven dürfen am Palmsonntag verwendet werden.

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