Riemst/Maastricht: Von Hunden verletzte Elfjährige: Noch jahrelang Operationen

Riemst/Maastricht: Von Hunden verletzte Elfjährige: Noch jahrelang Operationen

Nach einer Reihe von Operationen ist das elfjährige Mädchen, das am Sonntag im belgischen Riemst bei Maastricht von einem Hunderudel lebensgefährlich verletzt worden war, in einem stabilen Zustand. Sie wird sich vermutlich noch jahrelang weiterer plastischer Chirurgie unterziehen müssen. Für Freitag ist eine neue Operation angesetzt.

Dem Kind waren von der Hundemeute buchstäblich Fleischstücke aus dem Körper gerissen worden. Sie war in den Tagen nach dem Vorfall mehrfach im Krankenhaus Oost-Limburg in Genk operiert worden. Unter anderem entnahmen die Ärzte Gewebe aus dem Unterschenkel der Elfjährigen, um ihren Arm rekonstruieren zu können.

Nach Medienberichten leidet sie nach dem Vorfall unter Angstattacken. Sie muss demnach auch noch mindestens eine Woche auf der Intensivstation bleiben. „Der Heilungsprozess wird ein langer Leidensweg“, sagte der Vater des Mädchens gegenüber der Zeitung Het Belang van Limburg.

Ein Rudel von elf Hunden, vier Labradore und sieben Bouviers, war am Sonntag auf die Elfjährige und eine gleichaltrige Freundin losgegangen, als beide in der Ortschaft Heukelom bei Riemst, rund fünf Kilometer südwestlich von Maastricht, eine Fahrradtour gemacht hatten. Während die Freundin sich retten konnte, wurde die Elfjährige zu Boden gerissen. Die wütenden Hunde verbissen sich in den Körper des Kindes.

Nur dem beherzten Eingreifen eines jungen Paares ist es offenbar zu verdanken, dass das Kind gerade noch mit dem Leben davon kam. Dem Mann und der Frau im Alter von 27 Jahren gelang es, das Kind in ihr Auto zu ziehen. Sie brachten das Mädchen zum Arzt. Von da aus kam sie in Krankenhaus von Genk; wo sie umgehend einer Notoperation unterzogen wurde. Vier Erwachsene, darunter ein Polizist, vertrieben das Hunderudel - sie alle wurden dabei selbst gebissen.

Ein Behördensprecher nannte es sehr wahrscheinlich, dass dem Betreiber der Hundezucht, aus der die Tiere entkommen waren, die Zulassung entzogen wird. Der Bürgermeister von Riemst hatte den Zwinger unmittelbar nach dem Vorfall schließen lassen. Mehr als 30 Hunde, die der Inhaber zunächst noch vor dem Zugriff der Behörden verstecken konnte, wurden in ein Tierheim gebracht.

Die elf Hunde, die das Kind angefallen hatten, wurden eingeschläfert. Auf den Züchter, der bereits 2008 mit den Behörden in Konflikt geraten war, kommen nun Schadenersatzansprüche und ein Strafverfahren zu. Ihm drohen bis zu sechs Monaten im Gefängnis.