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Studieren in Aachen: Von der Web-Idee bis zur Vermarktung

Studieren in Aachen : Von der Web-Idee bis zur Vermarktung

„Ich wollte Multimedia-Design studieren, am liebsten im Ausland”, sagt Andrea Bergmann*. Nach ihrer Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin in Siegen hat sie sich 2004 für den Studiengang „Communication and Multimedia Design” am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Fachhochschule (FH) Aachen entschieden.

Dieser möchte weder reine Techniker noch reine Designer ausbilden. Stattdessen wird bei einer fünfgliedrigen Fächerkombination besonderer Wert auf Internationalität und Kommunikation gelegt.

Das „Schnittstellen-Konzept” sorgt dafür, dass die Studierenden eine breite Wissensbasis von Kommunikation über Gestaltung und Technik bis zu Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Unternehmenskultur erhalten. Die Absolventen sollen nach dem dreijährigen Bachelor-Studium mit allen Anforderungen des digitalen Arbeitsalltags zurecht kommen.

Nach dem Abschluss können sie als Unternehmensberater, Medienentwickler oder in Redaktionen und Verlagen arbeiten, als Gestalter oder Projektleiter für Hochglanz-Magazine und Webseiten - um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Studierenden werden mit der fünfgliedrigen Unterteilung in Kommunikation, Gestaltung, Technik, Betriebswirtschaftslehre und Unternehmenskultur auf viele verschiedene Berufe vorbereitet. Das ist nicht einfach, schließlich ändern sich Arbeitsmittel und Techniken gerade im Multimedia-Bereich ständig.

„Nach dem C-MD Studium ist man aber in der Lage, ganzheitlich ein komplettes Projekt zu erstellen, durchzuführen und zu verkaufen - von der ersten Idee bis zur Rechnungsstellung”, erklärt Professor Claudia Mayer, die die Fächer Kommunikation und Unternehmenskultur lehrt und darüber hinaus als Koordinatorin des Studienganges fungiert.

Dass diese Idee ankommt, zeigt das starke Interesse, das seit Anbeginn an diesem Studiengang besteht. Von den zum Teil mehr als 400 Bewerbern können nur 30 genommen werden. Durch die begrenzte Teilnehmerzahl der einzelnen Kurse ist allerdings gewährleistet, dass die Dozenten auch auf Fragen und Anregungen der einzelnen Studierenden eingehen können.

Vanja Misic hat sich nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau die verschiedenen deutschen Design-Studiengänge angesehen, jetzt studiert sie im dritten Semester C-MD in Aachen. „Ich fand die Kombination zwischen den einzelnen Fächern sehr gut. Da nicht nur Design gelehrt wird, klingt das ganze vernünftiger und bietet deutlich mehr Möglichkeiten, nachher auch einen guten Job zu finden.”

Das Stichwort Multimedia ist zurzeit wieder in aller Munde - dabei ist der Studiengang gar nicht mehr so neu. Planung und Vorbereitung haben fast fünf Jahre in Anspruch genommen. Zurzeit gibt es in Deutschland sogar knapp 150 ähnliche Studiengänge.

Die Aachener Version gehört aber zu den interessantesten. An dem englischen Titel des Studiengangs lässt sich nämlich schon die internationale Ausrichtung erkennen. Und so werden die Studierenden nach vier Semestern Grundstudium in Aachen in die Internationale Fakultät entlassen.

In Maastricht, wo die FH Aachen zusammen mit ihren Partnerhochschulen, Hogeschool Zuyd (NL) und Katholieke Hogeschool Limburg (B) ein Projekt- und Service Centre zum Bereich C-MD unterhält, findet das Hauptstudium - auf Englisch natürlich, zusammen mit Studierenden der Partnerhochschulen.

Carsten Schulte studiert ebenfalls im dritten Semester. Er möchte nach dem Studium im Bereich „Interaktives Fernsehen” arbeiten und erhofft sich durch das englische Hauptstudium eine Zusatzqualifikation, die es in anderen Studiengängen nicht gibt.

Thomas Ritz, zurzeit Lehrbeauftragter für Computertechnik und sonst Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, möchte die Studierenden als Vermittler zwischen technischen und menschlichen Anforderungen ausbilden.

„Dazu ist auch eine kritische Einstellung zur Technologie notwendig, damit man die technischen Lösungen den Menschen individuelle auf den Leib schneidern kann”, erklärt Ritz.

Schließlich wird Multimedia nicht nur für bunte Internetseiten genutzt, sondern vermehrt auch zur Produktionsoptimierung etwa in Fabrikhallen eingesetzt. Seine Studierenden sollen nachher nicht nur wissen, was machbar ist, sondern auch den Aufwand abschätzen können.


Im Internet kann der Anmeldebogen für die Aufnahmeprüfung zur Zulassung zum Wintersemester 2005 herunter geladen werden. Der Anmeldeschluss für die Aufnahmeprüfung ist der 5. Mai 2005. Zudem finden sich dort Informationenn über Semesterpläne und die aktuellen Themen des Studiums.

*Name von der Redaktion geändert