Aachen: Von der Uni ab auf die Buchmesse

Aachen: Von der Uni ab auf die Buchmesse

Erst vor wenigen Wochen fand eines der größten Events der Szene statt: die Leipziger Buchmesse. Auch Studentin Laura Labas war vor Ort. In Neuerscheinungen konnte sie jedoch nicht stöbern, denn sie stand selbst im Mittelpunkt, signierte Bücher und ließ sich mit ihren Fans fotografieren. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass das alles so schnell passiert“, sagt sie.

Noch im Dezember 2013 war der Name der Studentin in der Szene kaum bekannt. „Geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Mit 15 Jahren habe ich dann meine ersten Bücher in Schulhefte geschrieben“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich kann mich an keine Zeit in meinem Leben erinnern, in der ich nicht unbedingt Autorin werden wollte.“

Gesagt, getan: An Silvester 2013 fasste sie einen Entschluss, der ihr Leben erst einmal auf den Kopf stellen sollte. Sie entschied sich, im Alleingang und ohne Verlag im Rücken ihr erstes eigenes Buch zu veröffentlichen. Angst vor diesem Schritt hatte sie nicht. „Eine Freundin von mir hatte das vorher auch gemacht. Man lädt den Roman als E-Book hoch, und die Leute können ihn dann kaufen“, beschreibt sie das Prozedere, das auf den ersten Blick viel einfacher scheint, als es eigentlich ist. Schließlich folgen zahlreiche Schritte, ehe ein Werk veröffentlicht werden kann.

Zunächst einmal wären da die Ideenfindung und die Arbeit an den Kapiteln. Wie man sich die vorstellen kann? Das sei von Autor zu Autor verschieden. „Ich plane immer alles genau durch. So lässt sich das Buch schneller schreiben, und ich kann dem Leser auch etwas bieten und verliere mich nicht in der Geschichte“, sagt die 25-Jährige, die an der RWTH Aachen derzeit ihren Master-Abschluss in Literaturwissenschaft und Englisch anstrebt.

Besonders gut arbeite sie zwischen 18 und 22 Uhr, ist sich die junge Frau sicher. Das bedeute jedoch nicht, dass sie den restlichen Tag über nicht so viel zu tun habe. Wer seine Bücher selbst veröffentlichen will, der kümmert sich auch um das Setzen der Texte, sucht Menschen, die diese vor dem Erscheinen korrigieren und das Cover gestalten. „Viele unterschätzen diese Arbeit und auch den Beruf des Autors“, ist sich Labas sicher. In ihrer neuen Welt hat sich die junge Frau ziemlich schnell zurechtgefunden, auch wenn dies zu Beginn nicht ganz einfach war. „Was in diesem Bereich vor allem wichtig ist: Man muss mit Kritik umgehen können“, sagt sie. Schließlich könne man sich nur so verbessern.

In diesem Jahr wagte Labas einen weiteren Schritt. Sie schickte ein Exposé mit Vorschlägen für eine neue Trilogie an einen Verlag und erhielt eine positive Rückmeldung. Im Juli soll der erste Teil der neuen Trilogie dann bereits in den Buchhandlungen der Region zu haben sein. Ihr Bücher werden dann erstmals auf Papier erscheinen. Ein Gedanke, der für die 25-Jährige derzeit noch eher befremdlich klingt.

Woher die Schriftstellerin die Ideen für ihre Bücher nimmt? „Ich werde von ganz vielen verschiedenen Sachen inspiriert: Serien, anderen Büchern oder auch davon, was mir jemand erzählt“, sagt sie.

Leben kann sie von ihrer Leidenschaft derzeit allerdings noch nicht. Doch auch das soll sich bereits bald ändern, wenn sie ihr Studium in diesem Jahr abgeschlossen hat. „Ich werde mir wahrscheinlich erst einmal einen Nebenjob suchen, damit meine Fixkosten gesichert sind, aber Vollzeit arbeiten kommt für mich nicht in Frage, denn das Schreiben ist eigentlich schon ein Full-Time-Job“, sagt sie.

Und wie hat der Studentin der Besuch auf der Leipziger Buchmesse gefallen? „Die Buchmesse war richtig toll und vor allem eine super Erfahrung für mich. Obwohl mein Buch dort so gut wie niemand kannte, wollten einige Besucher ein Poster davon haben“, sagt sie. Vielleicht schauen die Besucher beim nächsten Mal sogar wegen ihrer Werke vorbei, das würde sich die Studentin zumindest wünschen.

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