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Aktion für Artenvielfalt: Volksinitiative hat bereits nötige Stimmenzahl

Aktion für Artenvielfalt : Volksinitiative hat bereits nötige Stimmenzahl

Im Bau-Boom werden Flächen zugebaut, in Vorgärten wird die Erde mit pflegeleichtem Schotter abgedeckt. Für Pflanzen und Tiere ist da wenig Platz. Mit einer Volksinitiative wollen Naturverbände den Artenschutz in den Landtag bringen. Die nötigen Unterschriften haben sie schon.

Die nordrhein-westfälische Volksinitiative Artenvielfalt hat in gut einem halben Jahr fast 73.000 Unterschriften für das Anliegen gesammelt. Damit sei die nötige Zahl für eine Befassung des Landtags mit dem Thema übertroffen, berichtete die Initiative am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz. Sie wird von den drei Verbänden Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) in NRW getragen. Um das Thema auf die Tagesordnung des Landtags zu bringen, sind 66 000 Signaturen nötig. Die Aktion solle noch bis Anfang Juni dauern. Nach Übergabe der Unterschriften hat der Landtag drei Monate Zeit, das Thema zu behandeln.

„Wir sind sicher, dass wir die Zahl am Ende noch erheblich steigern können“, sagte Heide Naderer, die Vorsitzende des Nabu in NRW. Die Organisatoren fordern verschiedene Maßnahmen, um Tieren und Pflanzen mehr Lebensraum zu geben. Dazu zählen Maßnahmen gegen das Zubauen und Versiegeln der Landschaft, für naturverträgliche Landwirtschaft, für Artenschutz in der Stadt oder für Gewässer und Auen. Sie kritisierten die NRW-Landesregierung, die das Gegenteil von dem tue „was wir brauchen“.

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) erklärte, sie werde die Verbände zu einem Gespräch über gemeinsame Wege zum Schutz der Biodiversität einladen. Weniger Schottergärten, mehr grüne Infrastruktur, weniger Pflanzenschutzmittel seien nur einige Beispiele, erklärte sie. „Wir müssen das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Biodiversitätsverlusts stoppen, um unseren Artenschatz den nachfolgenden Generationen zu vererben“, sagte sie. Vor allem der Rückgang der Insekten sei eine bedrohliche Entwicklung.

Die Nabu-Vorsitzende erklärte, die Aktion solle wie geplant weitergehen, um den Druck auf die Landesregierung aufrechtzuerhalten. Ein Volksbegehren sei zunächst nicht geplant. Die Beteiligung an der Volksinitiative ist durch die Coronavirus-Pandemie erschwert, denn dafür werden Unterschriften auf Papier benötigt. „Es ist schwierig, an die Leute ranzukommen“, sagte der LNU-Vorsitzende Mark vom Hofe. So seien Wanderungen und Exkursionen wegen der Pandemie ausgefallen. Die Initiative für Artenvielfalt hatte am 23. Juli vergangenen Jahres begonnen.

(dpa)