Maastricht: Vertrauter von Geert Wilders verurteilt: Parteigeld für Drogen und Luxus

Maastricht : Vertrauter von Geert Wilders verurteilt: Parteigeld für Drogen und Luxus

Der Urteilsspruch traf ihn offensichtlich hart: Michael Heemels, ehemaliger Sprecher und enger Vertrauter des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders, ist durch das Gericht in Maastricht zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden, vier davon wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Heemels zeigte sich durch die Höhe des Urteils schockiert. Ihm wird zur Last gelegt, 177.000 Euro aus der Parteikasse der PVV veruntreut zu haben, unter anderem durch Urkundenfälschung. Heemels war auch Schatzmeister der PVV-Abteilung in Limburg und Vorsitzender der PVV-Fraktion im dortigen Provinzparlament. Das Geld stammt aus der Provinzkasse und muss von dem Angeklagten, der nach Aufdecken des Skandals von allen Ämtern zurückgetreten war und derzeit von Krankengeld lebt, zurückgezahlt werden.

Heemels hatte nach Berichten niederländischer Medien sein Fehlverhalten bedauert und mit der übergroßen Arbeitsbelastung und seiner Drogen- und Alkoholabhängigkeit erklärt. Zwischen 2012 und 2016 genehmigte er sich mit der Kreditkarte der Partei für die Freiheit nicht nur teure Drinks oder Kokain, sondern auch Übernachtungen im Berliner Luxushotel Adlon, Reisen nach New York, Konzertkarten für Madonna, den Besuch von Fußballspielen, teure Kleidungsstücke oder Verlobungsringe. Sogar Knöllchen wurden aus Steuergeldern gezahlt.

Der Richter rechnete ihm deshalb auch erschwerend an, dass er Gemeinschaftsgelder für private Zwecke veruntreut und das Vertrauen in die Politik erschüttert habe. Jahrelang habe er ein Luxusleben auf Kosten der Partei geführt und sogar versucht, das gestohlene Geld aus der Parteikasse zurückzuzahlen, als der Schwindel schon aufgeflogen war. Deshalb wurde der ehemalige Top-Politiker auch zu einer härteren Strafe als bei diesem Strafumfang üblich verurteilt.

Das Gericht nahm seinem Verteidiger nicht ab, dass Heemels wegen seiner Drogensucht vermindert zurechnungsfähig war. Auch hoher Arbeitsdruck sei keine Entschuldigung, seinen Arbeitgeber jahrelang zu betrügen und die Buchhaltung durch die raffinierte Fälschung von Belegen zu frisieren. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar 22 Monate Haft gefordert.

Der aus Venlo stammende PVV-Vormann Geert Wilders erklärte nach dem Schuldspruch, dass er kein Mitleid mit seinem ehemaligen engsten Mitarbeiter habe, schließlich müsse der Griff in die Kasse hart bestraft werden. Inklusive der Gerichts- und Anwaltskosten muss Heemels 183.000 Euro zurückzahlen.

Die Provinz Limburg, von der das Geld stammt, überlegt nun, ob sie das Geld auch von der PVV zurückfordern kann. Am 10. November soll das Thema im Maastrichter Provinzparlament zur Sprache kommen.