Angriffe im Hambacher Forst: Verletzter RWE-Mitarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen

Angriffe im Hambacher Forst: Verletzter RWE-Mitarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen

Ein RWE-Mitarbeiter, der am Freitagabend durch einem Zwillenbeschuss am Kopf verletzt worden war, ist am Samstagabend aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte ein RWE-Sprecher am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Eine vermummte Personengruppe war am Freitag gegen 20.10 Uhr aus dem Hambacher Forst gekommen und hatte Container angegriffen, in denen sich zehn Mitarbeiter des RWE-Werkschutzes befunden hatten. Während dieses Angriffs war nach Angaben von RWE ein weiterer Mitarbeiter verletzt worden, was durch eine Videoaufnahme dokumentiert sei. Zudem seien Fahrzeuge und Container beschädigt worden.

Die Aachener Polizei erklärte auf Anfrage, dass der Mitarbeiter, der am Samstagabend aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ausgesagt habe, er hätte während des Angriffs am Freitagabend "mehr als 20 Menschen beobachtet", die die Container aus dem Wald heraus angegriffen hatten. Kurz darauf korrigierte er seine Angabe und sprach nunmehr von "etwa doppelt so vielen Angreifern", also von etwa 40. Andere Zeugenaussagen lagen der Polizei am Sonntag noch nicht vor.

Einige Minuten nach dem Angriff auf die Container am Freitagabend, hatte der Werkschutz eine brennende Barrikade auf der L276 festgestellt und die RWE-Werksfeuerwehr benachrichtigt. Als die Feuerwehr angerückt war und gegen 20.30 Uhr mit dem Löschen begann, seien die RWE-Mitarbeiter bereits „von etwa 70 Aktivisten erwartet worden”, die hinter der brennenden Barrikade gestanden hätten, wie RWE unserer Zeitung am Samstag sagte. Aus dieser Gruppe heraus seien erneut Steine geworfen worden. RWE erklärte, bei diesem Angriff seien zwei weitere Mitarbeiter verletzt worden.

Als wenig später die ersten Polizeibeamten an der brennenden Barrikade auf der L276 eintrafen, wurden auch sie aus der Gruppe heraus angegriffen. Dabei seien Einsatzfahrzeuge beschädigt worden, teilte die Polizei mit. Aus den im Moment vorliegenden Meldungen konnte die Aachener Polizei am Sonntag keine Rückschlüsse auf die Größe der Angreifergruppe ziehen, wie Behördensprecherin Dana Zimmermann mitteilte.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Aachener Staatsanwaltschaft leitete am Samstag ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, der Sachbeschädigung und der Körperverletzung ein, erklärte Staatsanwalt Jost Schützeberg am Sonntag. Die Staatsanwaltschaft bestätigte zudem entsprechende Informationen unserer Zeitung, dass beim Angriff auf die Container „mindestens ein Molotowcocktail“ aus der Gruppe der Angreifer geworfen worden sei. RWE selbst hatte von mehreren Molotowcocktails gesprochen. Weitere Zeugen sollen vernommen, Beweise gesichert und Videoaufnahmen ausgewertet werden.

Schützeberg erklärte, die Angreifer seien wie so oft zuvor unerkannt in den Wald geflüchtet. Ein Polizeihubschrauber stellte in der Nacht von Freitag auf Samstag fest, dass immer wieder Personengruppen und Einzelpersonen aus dem Hambacher Forst heraus teils faustgroße Steine in Richtung des RWE-Betriebsgeländes und der Container geworfen hatten. Zeugenaussagen der Waldbesetzer oder deren Sympathisantenszene, die Hinweise auf die Identität der Einzeltäter und Tätergruppen geben, lagen am Sonntag weder Polizei noch Staatsanwaltschaft vor.

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