Ellen/Merzenich: Verlegung A 4 und Hambachbahn: Die ersten drei Kilometer sind asphaltiert

Ellen/Merzenich: Verlegung A 4 und Hambachbahn: Die ersten drei Kilometer sind asphaltiert

Fahrer auf der Tagebaurandstraße können die Trassenführung der neuen Autobahn 4 langsam aber sicher erkennen. Lkw-Ladung für Lkw-Ladung Sand wird in diesen Tagen vor Merzenich abgetragen, um einige hundert Meter weiter in der Ellebachkurve bei Ellen wieder aufgeschüttet und verdichtet zu werden.

Dort, wo vor Jahresfrist die Archäologen noch Überreste der ältesten Siedlung westlich des Rheins ausgegraben und gesichert haben. Die Autobahn wird hier künftig bis zu sieben Meter über Geländeniveau verlaufen, verdeutlicht Projektleiter Roland Schmidt vom Landesbetrieb Straßenbau. Der Großteil des Erdaushubs wird über die neue Trasse transportiert und direkt wieder verarbeitet, der Rest über eine Behelfsauffahrt vor Ellen über die alte A 4 zu einer Kiesgrube bei Buir gefahren, betont der Projektleiter, sodass die Anwohner so wenig wie möglich belastet werden sollen.

An anderer Stelle sind die Bagger bereits wieder verschwunden, zwischen Buir und Merzenich in Fahrrichtung Aachen parallel zur Bahnstrecke sogar schon die ersten drei Kilometer der neuen Autobahn asphaltiert; „die mittlere und linke Fahrspur”, verweist Schmidt auf den Einbau einer sogenannten Schwarz-Weiß-Decke. Standstreifen und Lkw-Spur werden betoniert.

Trotz Klagen, Ausgrabungen und strengem Winter: Die Arbeiten an der Verlegung der A 4, die 2017 von den Schaufelradbaggern des Tagebaus Hambach erreicht wird, liegen voll im Zeitplan. Acht von 18 neu zu bauenden Brücken sind bereits fertiggestellt, fünf weitere sind im Bau, die restlichen Aufträge werden Anfang 2012 vergeben. Größere Verzögerungen erwartet der Landesbetrieb Straßenbau nicht mehr, auch wenn sich die Erdarbeiten in Teilbereichen noch bis 2012 erstrecken werden. Einer planmäßigen Eröffnung der neuen A 4 in der zweiten Jahreshälfte 2014 steht nichts mehr im Wege.

Die Kollegen von RWE Power, die parallel die Hambachbahn verlegen, die Braunkohle aus dem Tagebau zu den Kraftwerken und Veredelungsbetrieben transportiert, sind noch einen Schritt weiter. Sechs Millionen Kubikmeter Erdreich für die neue Strecke sind hier bereits komplett abgefahren, berichtet Dr. Lars Kulik, bei RWE Power für Braunkohleplanung und -genehmigung verantwortlich. Alle Brücken, Vorfluter und Leitungen sind hergestellt. Und bei Geilrath, wo sich die neue Autobahn und die neue Hambachbahn zweimal kreuzen werden, liegen die Arbeiten am sogenannten Hambachtunnel in den letzten Zügen.

Aktuell wird die 15 Kilometer lange Bahntrasse technisch ausgerüstet, die Fahrleitungsmasten stehen größtenteils bereits. „In eulensicherer Ausführung”, versichert Projektleiter Michael Luchtenberg; eine Reaktion auf Kritik aus Vogelschutzkreisen. Und Ende des Jahres sollen auch die ersten Schwellen, Gleise und Weichen verlegt werden. Der Start erfolgt am Kohlebunker bei Ellen, wo bereits ein neues Stellwerk errichtet wurde.

Anders als bei der A 4, die am „Tag X” im Herbst 2014 von der einen auf die andere Minute von der alten auf die neue Trasse umgelegt wird, benötigt RWE Power für den Umschluss der Hambachbahn rund ein Jahr. Denn die Belieferung der Kraftwerke mit täglich rund 12.0000 Tonnen Braunkohle darf nicht unterbrochen werden, erklärt Lars Kulik.

Gleis für Gleis werden die beiden Beladestationen im Kohlebunker ab 2013 mit der neuen Trasse verbunden, zwischendurch müssen immer wieder Signal- und Stromtechnik auf- und abgebaut werden. Gleiches gilt für Fahrleitungen und Maste, erklärt Luchtenberg.

Wenn die Verlegung der Hambachbahn und die der auf sechs Spuren erweiterten A 4 im Jahr 2014 abgeschlossen sind, werden der Bund und RWE rund 250 Millionen Euro investiert haben, inklusive Lärmschutz- und Naturschutzmaßnahmen, die in großen Teilen schon fertiggestellt sind. Rund ein Drittel der bislang vergebenen Aufträge ging an Unternehmen in der Region, betont Kulik.