Aachen: Verkrachte Reformgegner: Bistum stellt erste Bedingungen

Aachen: Verkrachte Reformgegner: Bistum stellt erste Bedingungen

Erstmals hat sich am Dienstag das Generalvikariat zum heftigen Streit der Reformgegner aus dem Aktionsbündnis „Kirche vor Ort” geäußert. Bistumssprecher Franz Kretschmann stellte klar, dass neue Gespräche mit den Kritikern von Pfarrfusionen, zentralen Gemeindeverwaltungen etc. nur dann in Frage kämen, wenn sie eine „bestimmte Anzahl von Pfarrgemeinden repräsentieren”.

Eine Mindestzahl nannte Kretschmann nicht. Er betonte aber, dass man grundsätzlich sehr an neuen Gesprächen mit den Reformgegnern interessiert sei.

Entsprechende Anfragen gebe es aber bislang noch nicht. Hingegen sei in der Aachener Diözese eine ganze Reihe neuer Schiedsverfahren von Pfarrgemeinden beantragt worden, die sich ungerecht behandelt fühlten, erklärte Kretschmann.

Das Aktionsbündnis hatte ehemals für 110 Pfarrgemeinden und damit 260.000 Katholiken Verhandlungen „auf Augenhöhe” mit Generalvikar Manfred von Holtum und der Bistumsleitung angestrebt.

Den jüngsten Gesprächstermin hatte das Bündnis allerdings abgesagt, weil man sich bei der Festlegung der Themen nicht einigen konnte. Mehrere Pfarren haben dem Verein daraufhin enttäuscht den Rücken gekehrt - darunter auch Gründungsmitglieder.

Ex-Bündnismitglied Holger Brantin (St. Martinus/Aachen) erklärte am Dienstag, dass man den Widerstand gegen schädliche Reformpläne der Bistumsleitung nicht aufgeben werde.

„Wir werden den kritischen Dialog jetzt intensivieren”, kündigte der Kirchenvorstand an. Hauptstreitpunkt sei die Verwaltungsreform.

Man werde dafür kämpfen, dass Pfarren, die sich selbst verwalten wollen, nicht zur Übertragung von Kompetenzen an die vier Verwaltungszentren gezwungen werden, hieß es.

Ablehnend steht man auch dem Vorhaben des Generalvikars gegenüber, die Anstellungsträgerschaft für hunderte Mitarbeiterinnen aus pfarreigenen Kindertagesstätten an übergeordnete Personalverwaltungen abzutreten.

Um die Rückkehr an den Verhandlungstisch zu ermöglichen, spreche man derzeit - ohne das Aktionsbündnis „Kirche vor Ort” - mit potenziellen Mitstreitern.

Schon kommende Woche soll dann der abgerissene Gesprächsfaden mit dem Generalvikariat wieder aufgenommen werden. „Aber uns ist klar, dass wir dazu seriöse und starke Rückendeckung brauchen”, sagte Brantin.

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